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Erschöpfung vorbeugen: Tipps zur Burnout-Prävention

Erschöpfung vorbeugen: Tipps zur Burnout-Prävention

11. März 2020

Hoher Zeitdruck, starke körperliche und emotionale Belastung sind bei Pflegekräften praktisch an der Tagesordnung. Nicht ohne Grund erkranken viele oft an Burnout. Warum es gut ist, öfter mal „nein“ zu sagen, wie man aktive Burnout-Prävention betreibt und was man sonst noch im Sinne seiner eigenen Gesundheit tun kann, darüber schreiben wir heute.

Ein Burnout ist in der heutigen Zeit schon lange keine Seltenheit mehr. Insbesondere Pflegekräfte sind von der chronischen Erschöpfung besonders oft betroffen. Zeitdruck und Belastung sind vielen der Berufsgruppe bekannt. Grundsätzlich sind erste Anzeichen eines Burnouts allerdings noch kein Grund, in Panik zu geraten. Wer die Warnsignale seines Körpers erkennt und achtsam mit ihnen umgeht, kann frühzeitig eingreifen. Plagen einen jedoch innere Unruhe, Versagensängste und Schlaflosigkeit für längere Zeit, kann von einer chronischen Überlastung ausgegangen werden. Dann gilt es erst einmal: Symptome zu erkennen, ernst zu nehmen und nach ihrer Ursache zu forschen. Die erste Frage, die sich stellt: Woher kommt mein Empfinden, so überfordert zu sein? Wodurch wurde meine Überlastung provoziert? Meist kann man sich selbst schon weiterhelfen, indem bewusst an der eigenen psychischen Gesundheit gearbeitet wird. Wir stellen ein paar Ansätze vor, wie man mehr Entspannung in seinen Alltag bringt und sich vor einem Burnout auch schützen kann, bevor er geschieht.

Ein Blick in die Work-Life-Balance

Es ist bereits wissenschaftlich erwiesen, dass bei einem Burnout ein Zusammenhang zu einer gestörten Work-Life-Balance besteht. Dabei bezeichnet der Ausdruck „Balance“ einen optimalen Zustand, bei dem das Berufsleben in Einklang mit dem Privatleben steht. Gerät diese Beziehung aus dem Gleichgewicht, kommt der Betroffene in eine dauerhafte Stressspirale. Hier hilft, sich immer wieder vor Augen zu führen, ob folgende Aspekte zutreffen.

1) Ist die Karriere wichtiger als das Privatleben?

Grundsätzlich obliegt es jedem Einzelnen, welchen Stellenwert er den Bereichen Karriere und Privatleben zuschreibt. Die häufigste Ursache für eine ungleich gewichtete Work-Life-Balance ist allerdings, dass im Privatleben zu viele Abstriche zugunsten des Jobs gemacht werden. Dies gilt insbesondere für all diejenigen, die sich viel über ihre Leistung und ihr berufliches Außenbild definieren. Insbesondere Berufseinsteiger haben zu Beginn ihrer beruflichen Karriere oft den Anspruch, jetzt Vollgas zu geben. Nicht selten wird dieses Ungleichgewicht, was einst nur temporär geplant war, zum dauerhaften Selbstläufer.

2) Häufige Ursache für ein Burnout: Schlechtes Selbstmanagement

Neben idealisierten Karrierewünschen, die schwerer zu erreichen sind als gedacht, ist oft auch fehlendes Selbstmanagement Ursache für ein Burnout. Im optimalen Fall, ermöglicht die eigene Zeitplanung mehr Freizeit und wenn man die auch genießen kann, Erholung und damit einhergehend Schutz vor chronischer Erschöpfung.

3) Wie steht es um Ernährung, Sport und Entspannung?

Eines vorweg: Erschöpfungssymptome können nicht durch gesunde Ernährung, Sport oder Entspannung verhindert werden und umgekehrt - schlechte Ernährung sowie ein Mangel an Bewegung verursachen nicht per se ein Burnout. Ein entspannter Geist und ein gesunder Körper sind dennoch elementare Bausteine für Resilienz. Bei Stress aber, tendieren wir dazu, weniger gesund zu leben. Wir essen wahllos zwischendurch, um je nach Zeit und Hungergefühl schnell gesättigt zu sein, wir lassen den Sport aus, weil wir eh schon den ganzen Tag am arbeiten waren und wenn wir mal etwas Ruhe finden, können wir sie gar nicht mehr genießen - wir haben zu viel im Kopf und alles muss schnell passieren.

Dabei sind auch regelmäßige Pausen unabdingbar, denn ein permanenter Zustand der Anspannung ohne Phasen der Ruhe führt unweigerlich zu Erschöpfung. Und ein Ausgleich mit Bewegung und routinierten Mahlzeiten ist entscheidend, um gesund zu bleiben. Sport wirkt dabei präventiv chronischen Erkrankungen wie einem Burnout vor. Besonders empfehlenswert: auspowern und entspannen. Dafür eignet sich Joggen und anschließendes Dehnen, Yoga-Kurse oder einfach mal tanzen gehen.

Wichtig ist: Es bringt nichts, die Erholung auf freie Tage zu legen und in der Zeit dazwischen Vollgas zu geben. Entscheidend ist, einen bewussten und gesunden Umgang zu sich und seinem Körper im Alltag zu finden und schließlich zu integrieren.

4) Mehr mentale Stärke, weniger Burnout

Die innere und mentale Widerstandsfähigkeit, auch Resilienz genannt, leistet einen entscheidenden Beitrag zur Vorbeugung psychischer Belastungen. Eine optimistische Einstellung sowie Lebens- und Arbeitszufriedenheit wirken sich auch positiv auf unser Immunsystem aus. Zudem unterstützt positives Denken bei Schwierigkeiten, einen klaren Kopf zu bewahren und lösungsorientiert zu handeln. Bedrohung wird dementsprechend anders wahrgenommen. Resiliente Menschen fühlen sich seltener von aufkommenden Problemen eingenommen, sie fühlen sich seltener gehemmt und können dementsprechend meist direkt handeln.

5) Oft im Spannungsfeld: Arbeitszufriedenheit und Dialoge

Burnouts sind nicht allein personenbedingt. Meist werden sie auch provoziert durch das Arbeitsumfeld und die Unternehmenskultur. Im Spannungsfeld zwischen Arbeitszufriedenheit und Dialogmöglichkeiten findet sich häufig ein Grund, der Auslöser sein kann, für weiteren Stress oder folgende Erkrankungen. Einerseits ist das Unternehmen zwar für die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter verantwortlich, andererseits ist es auch Aufgabe des Angestellten, Unzufriedenheiten und Überlastungen anzusprechen. Hierfür braucht es ein ausgeklügeltes Konfliktmanagement, genügend Raum und Möglichkeiten, persönliche Themen oder Überlastungen anzusprechen (beispielsweise durch regelmäßige Feedbackgespräche) sowie ein Umgang mit dem Krankheitsbild Burnout, der lösungsorientiert und offen ist.

Erste Hilfe bei Burnout

  • Sind Zeit und Ressourcen ohnehin knapp: ist auch öfter mal ein „Nein“ angebracht. Umstellungen, Aufgaben und Bitten von Kollegen müssen nicht immer unbedingt angenommen werden, nur weil sie an dich herangetragen werden. In einem offenen und ehrlichen Gespräch kannst du transparent deine Auslastung schildern, zeigst damit dein grundsätzliches Entgegenkommen, aber auch deine klaren Grenzen.
  • Regelmäßig Pausen einlegen, zur Not sich von seinem Kalender daran erinnern lassen. Mach dir klar, dass auch Pausen unweigerlich für gute Arbeitsleistung sind.
  • Sei dir selbst der beste Freund! Tu dir jeden Tag etwas Gutes und schaffe dir Freiraum und Routine für deine Lieblingsbeschäftigung.
  • Klingt banal, aber es ist wichtig: Sei nett zu dir selbst und sei dir beim höchsten Arbeitspensum nicht auch noch selbst ein Eselstreiber. Halte dir vor Augen, dass nicht alles perfekt sein muss und vergib dir eigene Fehler, auch wenn du dazu neigst, hohe Ansprüche an dich zu haben.
  • Stärke dich mental und versuche selbst in schwierigen Phasen die positiven Seiten des Alltags zu sehen. Blicke am Abend bewusst auf den Tag zurück und frage dich selbst: Was lief heute gut? Was habe ich gemeistert? Was war schön? Ein kleines, positives Tagebuch über Highlights des Tages eignet sich sehr.

Sabrina Lieb