Job finden

So baust du dein Team anhand seiner Fähigkeiten auf

So baust du dein Team anhand seiner Fähigkeiten auf

17. Februar 2020

Egal, ob im Büro, im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung – Teams gibt es in jeder Branche und an so gut wie jedem Arbeitsplatz. Kollegen und Teammitglieder kannst du dir nicht aussuchen, aber du musst täglich mehrere Stunden mit ihnen verbringen. Unterschiedliche Charaktere, Positionen und Rollen treffen aufeinander. Damit ein Team gut funktioniert, sind Achtung, Respekt und Anerkennung entscheidend. Wir sind alle unterschiedlich, unterschiedlich schwierig oder einfach, aber auch unterschiedlich kompetent. Und eben genau diese Kompetenzen bringen dein Team voran. Wir stellen also Persönlichkeitstypen vor, denen ihr täglich begegnet.

Das Alphatier

Erfahrung macht das Alphatier aus. Bereits jahrelang dabei, vielleicht schon seit Beginn der Ausbildung, kennt dieses Teammitglied alle Abläufe am Arbeitsplatz. Kollegen sind gekommen und gegangen, aber der selbstsichere Koordinator ist immer noch dabei und alle profitieren von seinem hohen Erfahrungsschatz. Das Alphatier redet viel und steht oft im Mittelpunkt, bleibt hartnäckig und lässt selten Schwächen zu.

Ein Alphatier ist nicht immer schwierig im Umgang, sondern auch ein echter Zugewinn. Denn auch Loyalität zeichnet einen solchen Persönlichkeitstypen aus, der sich für sein Team bei Konflikten einsetzen wird. Wichtig: Auch einem Alphatier sollte die Stirn geboten werden, ohne dabei an Wertschätzung für ihn zu verlieren. Denn nur ein Alphatier, das sich ernst genommen fühlt, wird sich auf lange Sicht für sein Team einsetzen.

Der Ideengeber

Der Ideengeber sprüht vor Kreativität und Vorstellungskraft. Stillstand steht nicht auf der Tagesordnung und Berufsblindheit ist ein Fremdwort für ihn. Es ist nicht immer einfach, wenn ein junger Ideengeber auf ein erfahrenes, eingeschweißtes Team trifft. Innovationen und Tatendrang sind nicht immer gewünscht. Wichtig dabei ist, eine solche Persönlichkeit, die sich einzubringen wünscht, auch anzuerkennen. Nicht immer lassen sich Vorschläge auch umsetzen, aber ernst nehmen.

Der Ideengeber bleibt ein Garant für Erfolg und Effizienz. Hört hin, was er zu sagen hat und wenn sich das Alphatier bedroht fühlt, dann empfiehlt es sich, zu moderieren. Was allerdings zu unterscheiden ist: hinter manchen Ideengebern verstecken sich auch Besserwisser, denen es weniger darum geht, Informationen einzubringen als vielmehr sich selbst.

Der Diplomat

Freundlichkeit, Empathie und soziales Engagement zeichnen den Diplomaten aus. Er setzt sich konsequent für die Belange aller ein. Seine Qualitäten zeigen sich vor allem in Problemsituationen, wenn er bei Diskussionen moderiert. So kann er die Anliegen unterschiedlicher Persönlichkeitstypen vermitteln und bei Konflikten schlichten.

Einen Diplomaten in seinem Team zu wissen, kann von großer Bedeutung sein – nicht allein was die Stimmung und Aktionen im Team anbelangt, sondern auch die Kommunikation nach außen. Der Diplomat ist eben auch dazu fähig, Vorschläge und Ansätze gegenüber Anderen verständlich zu machen und zu verteidigen.

Der Macher

Ein Macher hat einen zielstrebigen Charakter. Geduld besitzt er wenig. Mit Belanglosigkeiten hält er sich ungern auf und Ablenkung verträgt er schlecht. Der Macher vertraut seiner eigenen Auffassungsgabe, auch wenn die Kollegen anderer Meinung sind. Er geht eifrig ans Werk und beendet, was er angefangen hat. Für seine Aufgaben zeigt er eine hohe Einsatzbereitschaft, wovon das ganze Team profitiert.

Ein Macher ist auch Motivator eines Teams. Mit seinen lösungsorientierten Ansätzen, dem Ehrgeiz und seiner eigenen Überzeugung, treibt er die Arbeit voran. Vielleicht muss man ihn manchmal etwas bremsen, insbesondere dann, wenn es vorrangig um Qualität und nicht um Schnelligkeit geht. Mit dem Alphatier versteht er sich gut, bei unterschiedlichen Ansichten können allerdings auch mal die Fetzen fliegen.

Der Perfektionist

Ganz oder gar nicht – Halbfertiges oder Halbherziges sind dem Perfektionisten unbekannt. Auch wenn es mehr Zeit und Arbeit erfordert, der Perfektionist will stets beenden, was er begonnen hat. Das geht manchmal auf Kosten und Nerven anderer, vor allem wenn auf Lücken und Fehler hingewiesen wird.

Man hört selten gern über die eigenen Fehler, aber der Perfektionist erlaubt es auch, sich zurückzulehnen. Kleine oder große Missgeschicke sind noch immer besser zu ertragen, wenn nicht gleich der Chef davon erfährt – sondern nur das eigene Team. Ein Perfektionist bietet also die Möglichkeit, sich selbst zu regulieren und zu korrigieren, bevor Arbeiten abzuliefern sind.

Auf die Mischung kommt es an

Das Alphatier treibt das Team an, der Macher unterstützt mit Engagement und Einsatzkraft, der Ideengeber gibt Anstöße zur Verbesserung, der Diplomat schlichtet und moderiert. Der Perfektionist zu guter Letzt, achtet auf Sorgfalt und Qualität.

Wichtig ist schlussendlich, dass man jeden Charakter ernst und annimmt und versucht, die Differenzen aller auszubalancieren. Es gilt: Stärken fördern und Schwächen erkennen und dabei die Aufgaben im Pflegealltag so verteilen, dass sie zu den Eigenarten und Fähigkeiten passen.

Silke Deschamps