Egal ob es die frisch geschlagene Tanne im Wohnzimmer ist, tagelang brennende Weihnachtsbeleuchtung, massig Geschenkpapier oder Last-Minute-Geschenke aus dem Internet: Die Vorbereitungen auf Weihnachten wirken sich oft alles andere als positiv auf die Ökobilanz aus. Damit wir das Fest der Liebe trotzdem mit gutem Gewissen feiern können, verraten wir euch die besten Tipps für ein nachhaltiges Weihnachten – zu Hause sowie im Alten- und Pflegeheim oder Krankenhaus.
In der Weihnachtszeit drücken wir beim Thema Nachhaltigkeit gerne mal ein Auge zu. Oft stehen der Stress der Vorweihnachtszeit, alte Traditionen oder einfach mangelndes Wissen um Alternativen dem Ökobewusstsein entgegen. Doch umweltfreundlich und Weihnachten schließen sich nicht per se aus. Wir haben sieben Tipps und Ideen, wie das Konsumfest zum Nachhaltigkeitsfest wird.
1. Alternative zum klassischen Weihnachtsbaum wählen
Wer für die festliche Stimmung einen Weihnachtsbaum braucht, der kann dieses Jahr vielleicht auf eine Alternative zum echten Tannenbaum zurückgreifen.
Weihnachtsbäume aus Holz oder Metall sorgen für einen modernen Touch, lassen sich zu Hause stilvoll in die Einrichtung integrieren und ähnlich wie ein richtiger Nadelbaum dekorieren. Der typische Nadelduft bleibt dann zwar aus, dafür lässt sich der Baum aber viele Jahre lang verwenden. Das wiederum wirkt sich positiv auf das Klima aus.
Falls Weihnachten ohne einen Baum für dich nicht infrage kommt: Wusstest du, dass du in vielen Städten einen Weihnachtsbaum mieten kannst? Diese Bäume kommen im Topf, werden nach Weihnachten vom Anbieter wieder abgeholt, eingepflanzt und leben weiter. Infos über Anbieter und darüber, wie die Weihnachtsbaummiete funktioniert, findest du zum Beispiel bei Baumeria.
Übrigens: Wer denkt, ein Kunststoffbaum sei nachhaltig, weil er lange in Benutzung bleibt, der täuscht sich. Die Ökobilanz von Plastikbäumen schneidet gar nicht gut ab. Schließlich sind die Transportwege (meistens aus China) lang und im Rahmen der Produktion wird viel Energie benötigt. Experten zufolge müsste ein Plastikbaum 20 Jahre hintereinander zum Einsatz kommen, bis die Ökobilanz günstiger ist als der Kauf von 20 echten Nadelbäumen.

2. Upcycling: Aus alten Dingen schöne Weihnachtsdeko machen
Upcycling ist DER Trend der letzten Jahre. Dabei werden ausgediente Gegenstände, die oft einfach in die Tonne wandern, in anderer Form weiterverwendet. Das ist nicht nur günstiger als neu kaufen, sondern auch nachhaltig und fördert die Kreativität. Du als Pflegefachkraft schlägst damit sogar zwei Fliegen mit einer Klappe.
Denn auch Weihnachtsdeko lässt sich wunderbar upcyclen und ist in Alten- und Pflegeheimen eine gute Möglichkeit zur Beschäftigung, Förderung der motorischen Fähigkeiten und Einstimmung aufs Weihnachtsfest. Viele Dinge sind einfach gemacht und für die Senior:innen gut umsetzbar. Sammle also zusammen mit deinen Kolleg:innen auf deiner Station einfach mal alles ein, was eigentlich ausgedient hat, aber zum Basteln von Deko noch Verwendung finden kann.
Zum Beispiel Stoffe, Dosen und passende Deckel oder Zeitungspapier. Der Kreativität sind jetzt keine Grenzen gesetzt, wenn es daran geht, Weihnachtskarten, Baumschmuck oder Fensterdeko zu basteln. Du wirst dich wundern, welche schönen Einzelstücke auf deiner Station einziehen werden.
Hier findest du Anregungen für Upcycling-Weihnachtsdeko.
3. Selber backen statt Plätzchen kaufen
Weihnachtsmarktbesuche, Geschenkekäufe, Weihnachtsfeiern: Oft hetzen wir in der Vorweihnachtszeit von einem Termin zum nächsten. Zeit zum Plätzchenbacken bleibt da meistens keine mehr. Mit dem Ergebnis, dass wir für das Adventskaffeekränzchen doch wieder zu den Fertigprodukten aus dem Supermarkt greifen. Die sind aber leider oftmals in viel Plastik verhüllt, sodass jede Menge Verpackungsmüll anfällt.
Nachhaltiger, günstiger und oft auch gesünder wäre es, selbst zu backen. Am besten nutzt du dabei eine wiederverwendbare Backmatte statt des herkömmlichen Backpapiers. Drücke also im ganzen Weihnachtsstress einfach mal die Pause-Taste, nimm dir einen Nachmittag Zeit für dich und stimme dich beim Backen alleine oder mit deinen Liebsten aufs Fest ein. Zwischendurch Teig naschen ist strengstens empfohlen.
Hier gibt es zwei schnelle Rezepte für ganz besondere Plätzchen.

4. Nachhaltige Weihnachten: Lichterketten mit LEDs und Timer verwenden
Die Weihnachtszeit und stimmungsvolle Beleuchtung gehören einfach zusammen. Wären da nicht die Unmengen an Strom, die Lichterketten, Leuchtsterne und Co. verbrauchen. Gerade diesen Winter kann das richtig teuer werden.
Deshalb lohnt es sich vor allem jetzt, bei seiner Deko auf LED-Lichterketten umzusteigen. Sie verbrauchen deutlich weniger Energie als herkömmliche Ketten mit Glühlampen und haben außerdem eine längere Lebensdauer. Für die Außenbeleuchtung gibt es auch solarbetriebene Modelle.
Noch mehr Geld lässt sich sparen, wenn die Lichter nicht den ganzen Tag über leuchten. Wer eine Lichterkette mit eingebauter Zeitschaltuhr nutzt oder eine externe Zeitschaltuhr an die Steckdose anschließt, kann genau festlegen, wann sich die Beleuchtung ein- und wieder ausschaltet, ohne sich ständig darum kümmern zu müssen. Große Einrichtungen wie Pflege- und Altenheime profitieren davon und können so Kosten sparen.
5. Geschenkpapier-Alternativen für umweltfreundliche Weihnachten
Geschenkpapier und Geschenkbänder sind alles andere als umweltfreundlich und landen zudem schon kurz nach dem Auspacken an Heiligabend im Müll.
Stattdessen gibt es viele Alternativen, die die Umwelt und den Geldbeutel schonen. So lassen sich Präsente nicht nur gut in alte Zeitschriften oder Magazinseiten einwickeln, sondern auch in Stoffreste, Tücher oder sogar Einweckgläser, die später weiterverwendet werden. Alternativ kannst du Kartons, die sich über das Jahr ansammeln, für Weihnachten aufbewahren und deine Geschenke darin verpacken.
6. Auf herkömmliche Kerzen verzichten
Kerzen sind aus der Weihnachtszeit nicht wegzudenken und sorgen zu Hause für Behaglichkeit. Doch wusstest du, dass Kerzen in Bezug auf Nachhaltigkeit alles andere als unbedenklich sind?
Denn Kerzen bestehen entweder aus Paraffin, das aus umweltproblematischem Erdöl gewonnen wird, oder aus Palmöl, für dessen Herstellung Unmengen von klimafreundlichem Regenwald abgeholzt wird.
Eine nachhaltige Alternative stellen Kerzen aus Biomasse dar, für deren Herstellung ausschließlich nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Oder solche aus Bienenwachs, Raps oder Sojawachs. Sie sind zwar auch etwas teurer, schonen dafür aber die Umwelt.
Wer Geld sparen und der Umwelt Gutes tun will, kann seine Kerzen auch selbst gießen. Dafür können Reste von altem Kerzenwachs geschmolzen und immer wieder verwendet werden. Übrigens auch eine schöne DIY-Geschenkidee für Familie und Freund:innen.

7. Saisonal und bewusst essen für ein nachhaltiges Weihnachtsfest
An den Weihnachtstagen lassen wir es uns so richtig gut gehen. Das bedeutet für viele Menschen Essen im Überfluss.
Falls du dir ein Weihnachten auch ohne Ente, Gans oder Würstchen vorstellen kannst, greife zur Veggie-Alternative mit saisonalem Gemüse: Schließlich kommt Gemüse mit der besten Ökobilanz daher. Rund um Weihnachten haben Feldsalat, Champignons, Rote Bete, Rotkohl oder Rosenkohl bei uns Saison und sind ohne lange Lieferketten bei Bauern aus der Region oder auf dem Markt erhältlich.
Willst du an den Festtagen dennoch nicht auf den klassischen Braten verzichten, kaufe regional und bio ein. CO2-Bilanzen und Haltungsbedingungen sind beim Bio-Landwirt einfach besser.

Auch bei der sorgfältigsten Planung kann es passieren, dass Essen übrig bleibt. Dieses wegzuschmeißen wäre aber alles andere als nachhaltig. Mache dir deshalb bei deiner Menü-Planung auch schon im Vorfeld Gedanken darüber, was du nach dem Fest mit möglichen Essensresten machst.
Gibt es eine Tafel, der du die Reste spenden kannst? Lassen sich die Überreste nach Weihnachten für ein anderes Gericht verwerten? Oder einfrieren? Freuen sich vielleicht deine Kolleg:innen in der Nachtschicht über dein liebevoll zubereitetes Menü?
Alternativ kannst du deine Gäste auch bitten, Frischhaltedosen mitzubringen, damit sie gegebenenfalls Reste mit nach Hause nehmen können. Wer freut sich nicht darüber, zwischen den Jahren nicht kochen zu müssen?
In der Weihnachtszeit werfen wir zwischen Glühwein, Glitzer und Geschenkestress unsere guten Vorsätze in Bezug auf Nachhaltigkeit gerne mal über Bord. Wie unsere Tipps für nachhaltiges Weihnachten zeigen, lässt sich aber beides ganz einfach kombinieren. Und wenn du nicht alle Tipps auf einmal umsetzen kannst, lass dich nicht stressen. Schließlich heißt es ja: „Alle Jahre wieder”.
Katharina Klein


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