Was braucht die oder der neue Bundesgesundheitsminister:in?

MEDWING
August 20, 2024

Stefan Heyde verrät seine drei Wünsche für die oder den Neue:n im Bundesgesundheitsministerium.

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    Stefan Heyde


    **Die Koalitionsverhandlungen für eine Ampel im Bund laufen auf Hochtouren. Die Parteien sondieren und besprechen, wo es Handlungsbedarf gibt und wo man übereinkommt. Danach geht es daran, die Ministerien neu zu besetzen. **

    In den letzten Jahrzehnten spielte das Bundesgesundheitsministerium eher eine untergeordnete Rolle und das Amt des Bundesgesundheitsministers bzw. der -ministerin war nicht besonders prestigeträchtig. Jetzt ist, „dank“ Corona, die Gesundheitspolitik in den Fokus gerückt. Seit über einem Jahr ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beinahe täglich in den Medien präsent.

    Nach den Koalitionsverhandlungen wird das Amt höchstwahrscheinlich neu besetzt. Als Top-Favorit, besonders in der Bevölkerung, gilt derzeit der SPD-Politiker Karl Lauterbach. Was sollte den/die neue:n Bundesgesundheitsminister:in ausmachen? Wenn ich drei Wünsche frei hätte, würde mir die Wahl nicht schwerfallen:

    1. Sollte vom Fach sein

    Wer Gesundheit und Pflege vertritt, der sollte eine Ausbildung in diesem Bereich aufweisen können und am besten auch in dem Beruf gearbeitet haben. Wo eine fachfremde Ausbildung hinführt, haben wir in den letzten Jahrzehnten eindeutig gesehen. Auch Berater helfen da nur teilweise und sind mehr Last als Hilfe.

    2. Sollte ein offenes Ohr haben

    Ja, unser jetziger Minister hat immer angegeben „aktiv zuzuhören“. Dies hat sich jedoch auf die Gelegenheiten beschränkt, die ihm selbst nutzten. Kritik ignorierte er nur allzu oft bewusst. Jemand, der wirklich zuhören würde, hätte die Chance, die Nöte und Ängste aller Beschäftigten im Gesundheitssystem zu erkennen und in ihrem Sinne zu handeln.

    3. Sollte Mut haben

    Auch in diesem Punkt hat sich bisher niemand hervorgetan. Sei es bei Reformen, beim Einfluss der Lobbys oder nach Wahlergebnissen. Immer war der kleinste gemeinsame Nenner die Maxime und eine Wiederwahl wichtiger als eine umfassende Reform. Unser Gesundheitssystem braucht einen Neustart. Dieser Neustart wird hart, er wird Geld kosten und Einschränkungen bringen, es wird ruckeln. All das sollte der Bundesgesundheitsminister oder die -ministerin wissen und offen kommunizieren.

    Jetzt muss ich wieder aus meinen Tagträumen aufwachen und in die Realität zurück, denn die gute Fee kommt nicht und ich stelle fest, dass unter den möglichen Kandidat:innen der Parteien auch wieder einige „Nieten“ in der Lostrommel sind. Wenn es nicht so abwegig wäre, würde ich mich für das Amt melden. Ohne Pomp und Glanz, einfach die Arbeit machen. Den Mut haben zum Schnitt und am Ende wieder abtreten, ohne dass ich mich an die Macht oder den Posten klammern würde. So wie ein Vertreter des Volkes sein sollte.

    Was muss noch passieren, bis die Politik endlich Mut hat. Ein Systemwechsel ist unumgänglich. Noch können die Politiker:innen den Zeitpunkt selbst bestimmen. Aber nur noch kurz, dann wird uns das System um die Ohren fliegen und sie dazu zwingen.

    Stefan Heyde


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