Probleme mit der Führungskraft – und jetzt?

Inspiriert von der faszinierenden Welt der Medizin und Pflege, möchte unser Redaktionsteam sich mit Fachkräften austauschen, Perspektiven aufzeigen mit Interviews und Reportagen, um die Vielfalt des Pflegealltags zum Ausdruck bringen.

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Wusstest du, dass laut einer Studie des Marktforschungsinstituts „respondi” jede dritte Pflegekraft ihren Job aufgrund von Konflikten mit Vorgesetzten kündigt? Wir verraten dir, was dahintersteckt und welche Maßnahmen das Teamklima nachhaltig stärken.

In der Pflege hat die Versorgungsqualität oberste Priorität. Ja, das stimmt – ist aber nur die halbe Wahrheit. Schließlich lässt sich dieser Ansatz nur in die Tat umsetzen, wenn das Wohlbefinden des pflegerischen Fachpersonals ebenso an erster Stelle steht. Dafür braucht es qualifizierte und kompetente Vorgesetzte, die ihre Teams anleiten, fördern und motivieren.

Sind sie dieser Herausforderung nicht gewachsen, hat das verheerende Konsequenzen. Häufig führen Probleme mit der Führungskraft zu Spannungen innerhalb der Pflegeteams, die sich im Ernstfall negativ auf die Versorgungsqualität der Patient:innen auswirken.

Warum ist eine positive Führungskultur so wichtig?

Im anspruchsvollen und dynamischen Pflegealltag tragen Vorgesetzte eine Menge Verantwortung. Ihr Führungsstil beeinflusst das Teamklima und damit die Patientenversorgung der Gesundheitseinrichtung.

Die Vorteile einer gesunden Führung im Überblick:

  • zufriedene und motivierte Pflegekräfte
  • effiziente und produktive Arbeitsumgebung
  • hochwertige Patientensicherheit
  • geringe Fluktuation der Mitarbeitenden
  • innovativer und kreativer Raum für eine lösungsorientierte Pflege



Was Pflegekräfte von ihren Führungskräften erwarten

Jede Pflegekraft möchte sich in ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen. Doch was bedeutet das konkret für die einzelnen Teammitglieder? Diese zentrale Frage stellen sich Führungskräfte regelmäßig.

Wir alle sind individuell und haben unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen an unser berufliches Umfeld. Daher ist es wichtig, dass Vorgesetzte ihr Personal gut kennen. Beispielsweise wünschen sich Angestellte in der Pflege häufig:

1. Ehrliche Kommunikation und Transparenz

Oft wird unterschätzt, wie wichtig das Bedürfnis nach Sicherheit im Berufsleben ist. Das gilt auch für die Pflege. Eine gesunde Kommunikation bildet ein stabiles Fundament für eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre.

Offenes Feedback, der regelmäßige Austausch über Änderungen oder Entwicklungspläne und klärende Gespräche bei Konflikten – all diese Maßnahmen stärken die Bindung zwischen Personal und Führungskraft.

Mitarbeitende fühlen sich in einer transparenten Umgebung wahrgenommen, unterstützt und erhalten die Chance, ihren Arbeitsalltag aktiv mitzugestalten. Zusätzlich werden Probleme und Missverständnisse frühzeitig aus dem Weg geräumt.

2. Anerkennung und Wertschätzung

Pflegekräften liegt das Wohl der Patient:innen am Herzen. Dafür investieren sie jeden Tag viel Herzblut. Dieses Bestreben verdient Dankbarkeit und Lob – nicht nur von den Pflegebedürftigen selbst, sondern auch vom Arbeitgeber.

Ein wertschätzendes Führungsverhalten motiviert Mitarbeitende nicht nur, es steigert auch ihr Selbstvertrauen. So fördern Vorgesetzte nicht nur die Zufriedenheit, sondern gleichzeitig auch die Produktivität innerhalb ihres Teams.

3. Unterstützung und Ressourcen

In jedem Team kommt es hin und wieder zu Problemen. Ob veraltetes Arbeitsmaterial, ungenügende Fortbildungsmöglichkeiten oder Reibereien zwischen Kolleg:innen. Die Liste an möglichen Aufregern am Arbeitsplatz ist lang.

Den Frust einfach runterschlucken möchten nur die Wenigsten. Pflegekräfte wünschen sich in diesen Momenten stattdessen die Unterstützung ihrer Führungskraft. Sie erwarten, dass ihre Sorgen ernst genommen und Lösungsvorschläge diskutiert werden.


Hände mit Nitrilhandschuhen übereinander gelegt


4. Entwicklungsmöglichkeiten

Pfleger:innen, die auf der Karriereleiter nach oben klettern möchten, legen großen Wert auf ihre berufliche und persönliche Entwicklung. Deshalb führt es häufig zu Problemen, wenn ihre Führungskraft sich augenscheinlich nicht um passende Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten bemüht.

Erwerben Fachkräfte neue Fähigkeiten und Kompetenzen, profitieren beide Seiten von den Vorteilen: der Betrieb und die Pflegekraft selbst. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Vorgesetzte die Potenziale innerhalb ihres Teams erkennen und ausschöpfen.

5. Fairness und Gerechtigkeit

Hattest du schon einmal den Eindruck, ungerecht behandelt oder benachteiligt zu werden? Mit einem solchen Gefühl fühlt sich niemand wohl. Ganz klar, dass Angestellte von ihrer Führungskraft einen fairen Umgang und eine objektive Bewertung aller Kolleg:innen erwarten. Dazu zählt auch, dass Absprachen eingehalten werden.

Unterschiedliche Führungsstile, unterschiedliche Probleme

So verschieden wie die Erwartungshaltungen der Pflegekräfte sind auch die vielfältigen Führungsstile. Ab und zu verhält es sich im Beruf, wie im Privatleben – manche Menschen passen einfach nicht zusammen. Bestenfalls erkennen Führungskräfte und Bewerber:innen das schon im Vorstellungsgespräch.

1. Transformationale Führung: die coachenden Vorbilder

Dieser Führungsstil zeichnet sich durch eine klare Vision aus. Sie inspiriert und motiviert Mitarbeitende, gemeinsame Ziele zu erreichen. Dabei steht die Problemlösung durch Kreativität, Innovation und individuelles Wachstum im Vordergrund.

Die charismatischen Führungskräfte begeistern ihre Teams und stärken individuelle Talente. Das ermutigt Pflegekräfte, über sich hinauszuwachsen und sich regelmäßig neues Wissen anzueignen.

2. Transaktionale Führung: die zielorientierten Lenker

Mit diesem Ansatz stecken Führungskräfte klare Erwartungen an ihre Teammitglieder ab. Für jede Pflegekraft werden konkrete Ziele, Aufgaben und Rollen definiert. Zur Motivation winken bei Erfolgen Belohnungen in Form von Gehaltserhöhungen, Boni oder Anerkennung. Misserfolge werden hingegen bestraft, zum Beispiel durch Abmahnungen oder den Einbehalt von Privilegien.

Die Führungskräfte überwachen die Mitarbeiterleistungen zwar regelmäßig, greifen jedoch nur ein, sobald sie Leistungen außerhalb der Norm beobachten. Vielmehr sollen die Pflegekräfte eigenverantwortlich und selbstbestimmt arbeiten.

3. Autoritäre Führung: die dominanten Dirigenten

Autoritäre Führungskräfte geben den Ton an. Die Hierarchien sind klar: Befehle fließen von oben nach unten. Vorgesetzte treffen eigenständige Entscheidungen, die Pflegekräfte anschließend umsetzen. Das trifft nicht immer jeden Geschmack.

In autoritär geführten Teams bleibt nur wenig Raum für individuelle Ideen und Lösungsansätze, aber eben auch für Diskussionen. Deshalb arbeiten sie jedoch meist schneller und effizienter – vorausgesetzt die Kommunikation der Führungskraft lässt keine problematischen Missverständnisse zu.


Hand einer Führungskraft lenkt Pfleger an Schnüren, wie eine Marionette


4. Laissez-Faire-Führung: die gelassenen Unterstützer:innen

Laissez-Faire-Führungskräfte drehen den Spieß gänzlich um. Sie überlassen ihren Teammitgliedern weitgehend die Verantwortung für Entscheidungen, Ziele und Abläufe. Eine klare Aufgaben- und Rollenverteilung gibt es oft nicht. Dafür unterstützen die Vorgesetzten ihre Pflegeteams mit notwendigen Ressourcen und greifen in Ausnahmesituationen mit Rat und Tat ein.

Das fördert die Kreativität und Kompetenz der Pflegekräfte.Setzt jedoch auch eine Menge Erfahrung und Eigenmotivation der Mitarbeitenden voraus. Andernfalls drohen Konflikte und Missverständnisse zwischen den Teammitgliedern, die das Arbeitsklima belasten.

5. Situative Führung: die flexiblen Chamäleons

Hierbei handelt es sich weniger um einen konkreten Führungsstil, sondern um ein flexibles Konzept. Die Theorie beruht auf der Annahme, dass es keine Universallösung für die optimale Leitung eines Teams gibt. Per Stufenmodell entscheiden Vorgesetzte je nach Situation, Grad an Selbstständigkeit und Motivation der Mitarbeitenden, welches Führungslevel geeignet ist.

Um Probleme zu vermeiden, bauen sie eine ausgewogene Balance zwischen Weisung und Eigenverantwortung auf – immer in enger Abstimmung mit den Bedürfnissen der Mitarbeitenden und dem aktuellen Kontext. Dabei wählen Führungskräfte passende Verhaltensweisen aus den folgenden vier Stufen:

  • Stufe 1, anweisen und diktieren: Exakte Vorgaben, intensive Leistungskontrolle – besonders geeignet für unerfahrene Pfleger:innen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen
  • Stufe 2, argumentieren und coachen: Definierte Anleitung inklusive Erläuterung der Entscheidungsgründe, zum Ausbau der Fachkenntnisse ermutigen – besonders geeignet für Pfleger:innen, die hochmotiviert sind, aber wenig Berufserfahrung besitzen
  • Stufe 3, beteiligen und unterstützen: Einbindung in Entscheidungsprozesse, Ermutigen zur selbstständigen Umsetzung eigener Ideen – besonders geeignet für Pfleger:innen, die viel Berufserfahrung besitzen, aber eher unsicher oder demotiviert sind
  • Stufe 4, delegieren und abgeben: keine Vorgaben, Aufgaben werden direkt weitergegeben und autonom bearbeitet – besonders geeignet für Pfleger:innen, die viel Berufserfahrung und ein hohes Maß an Motivation und Selbstvertrauen besitzen

Probleme mit der Führungskraft: die klassischen Leitungsfehler

Vorgesetzte sind Menschen – und Menschen machen manchmal Fehler. Selbst der passendste Führungsstil droht zu scheitern, wenn dieser in der Praxis nicht richtig angewendet wird. Trotz bester Absichten kommt es daher hin und wieder zu Problemen mit Führungskräften.


Pflegerin verschließt Lippen mit 2 Fingern der rechten Hand und hebt den Zeigefinger der linken Hand


  • 1. Kommunikationsdefizite: Mit den Dialogfähigkeiten der Chefetage steht und fällt auch die Zufriedenheit des Pflegepersonals. Missverständnisse, Fehlinformationen oder mangelhafter Sprachgebrauch – kommunikative Schwächen führen bei Mitarbeitenden zu Frust.
  • 2. Mikromanagement: Lassen sich Vorgesetzte von Kontrollzwängen leiten, untergraben sie damit die Autonomie und Kompetenz ihres Pflegepersonals. Das drückt die Stimmung und verhindert, dass motivierte Mitarbeitende ihr volles Potenzial entfalten.
  • 3. Fehlende Anerkennung: Wenn du jeden Tag dein Bestes gibst und nie eine Reaktion darauf erhältst, kratzt das am Selbstvertrauen. Da sind Probleme mit der Führungskraft automatisch vorprogrammiert.
  • 4. Nicht erreichbar sein: Führungskräfte sind in erster Linie Ansprechpartner:innen für sämtliche Probleme und Anliegen. Umso problematischer ist es, wenn Vorgesetzte sich zu wenig Zeit für ihre einzelnen Mitarbeitenden nehmen.
  • 5. Inflexibilität: Fortschritt bedeutet Veränderung. Umso besser, wenn Pfleger:innen Verbesserungspotenziale selbst erkennen und ansprechen. Wird diesen Ideen jedoch kein Gehör geschenkt, ist das entmutigend und dämpft die Motivation im Team.
  • 6. Cholerik und fehlende Empathie: Wutausbrüche, Beleidigungen, Machtdemonstrationen, Drohungen, Lügen oder leere Versprechen – all das schürt in Pflegeteams die Angst vor Fehlern. So arbeiten Fachkräfte oft weit unter ihrem wahren Potenzial.
  • 7. Kritik- und Konfliktscheue: Stark harmoniebedürftige Führungskräfte gehen Konflikten bevorzugt aus dem Weg und verfügen nur selten über ausgeprägte Schlichtungskompetenzen. Das verursacht meist Chaos und birgt die Gefahr, dass Mitarbeitende außer Kontrolle geraten.

Richtiger Umgang mit schlechter Führung: Strategien für Pflegekräfte

Dir kommen einige der genannten Fehler bekannt vor und du spielst bereits mit dem Gedanken, deinen Job zu kündigen? Dann wird es höchste Zeit, nach Lösungen zu suchen, anstatt die Probleme mit deiner Führungskraft einfach auszusitzen. Wir verraten dir fünf Tipps, wie du zielführend mit den Defiziten umgehst.

1. Offene Kommunikation: Dialog als erster Schritt

Bist du unzufrieden mit dem Verhalten deiner Führungskraft gegenüber dir oder anderen Kolleg:innen, geh in einen ehrlichen Dialog. Es ist keine leichte Aufgabe, Vorgesetzte zu kritisieren. Unstimmigkeiten können jedoch nur aus dem Weg geräumt werden, wenn alle Beteiligten mit offenen Karten spielen.

Die wichtigsten Regeln:

  • sprich respektvoll
  • lass deine:n Gesprächspartner:in aussprechen
  • höre aufmerksam zu
  • stelle Fragen
  • bleib sachlich
  • sprecht über eure Erwartungen
  • biete Lösungsmöglichkeiten an
  • definiert klare Grenzen



2. Unterstützung im Team: Gemeinsame Bewältigung

Hast du das Gefühl, du stehst mit den Problemen zwischen deiner Führungskraft und dir alleine da? Tausche dich mit deinen Kolleg:innen aus und frag sie nach ihrer Meinung. Das bedeutet nicht, dass ihr über eure Vorgesetzten lästern oder schimpfen sollt.

Vergleicht eure persönlichen Erfahrungen und gebt euch gegenseitig Tipps. Überlegt euch dabei gemeinsam verschiedene Lösungsansätze und sprecht euch Mut zu. Das stärkt euren Zusammenhalt im Team und mindert das Gefühl der Isolation.

3. Fass dir auch mal an die eigene Nase

Bei den Menschen in unserem Umfeld entdecken wir individuelle Schwächen recht schnell. Umso schwieriger erkennen wir allerdings häufig unser eigenes Fehlverhalten. Nimm dir deshalb ausreichend Zeit, um dich regelmäßig selbst zu reflektieren. Stell dir folgende Fragen:

  • Wie reagiere ich auf Stress oder Kritik?
  • Kommuniziere ich meine Erwartungen immer eindeutig und transparent?
  • Provoziere ich meine Mitmenschen mit bestimmten Verhaltensmustern, die ich in Zukunft vermeiden sollte?
  • Handle ich stets so, wie ich es mir von meiner Führungskraft wünsche?
  • Welche Kriterien sind dafür verantwortlich, dass ich mich unzufrieden fühle?
  • Habe ich mit mehreren Teammitgliedern die gleichen Probleme, wie beim Umgang mit meiner Führungskraft?
  • Wie stelle ich mir die Aufgaben in einer Führungsposition vor und entspricht mein Bild wirklich der Realität?

Mit dieser Methode deckst du eigene Verhaltensweisen auf, die möglicherweise eine negative Reaktion deiner Führungskraft hervorrufen. Diese gilt es in Zukunft bestmöglich zu vermeiden. Schließlich gehören zu den meisten Problemen im Arbeitsumfeld immer zwei Personen.

4. Stärke deine eigenen Ressourcen

Wer gestresst ist, reagiert in der Regel sensibler und neigt zu überempfindlichen Reaktionen. Achte deshalb darauf, dass du in deiner Freizeit ausreichend Energie tankst. Ein gesunder Ausgleich zwischen Berufs- und Privatleben entspannt den Kopf und löst so manche Probleme mit Führungskräften in Luft auf.

Eine ausgewogene Ernährung, Sport, frische Luft, ausreichend Schlaf und soziale Interaktionen – höre in dich hinein und überleg dir, was dein Wohlbefinden stärkt. Wichtig ist, dass du dir genügend Zeit für dich selbst und deine Bedürfnisse nimmst.



5. Alarmstufe rot? Beziehe übergeordnete Instanzen ein

Du hast alles versucht, aber die Probleme mit deiner Führungskraft spitzen sich eher zu, als sich zu bessern? Wende dich im Zweifel an übergeordnete Instanzen, wie zum Beispiel die Personalabteilung oder den Betriebsrat.

Aber Vorsicht: Dieser Schritt sollte stets wohl überlegt erfolgen und bedarf einer fundierten Begründung. Dokumentiere belastende Vorfälle möglichst schriftlich und suche immer zuerst das direkte Gespräch mit deiner Führungskraft.

5 Tipps für Vorgesetzte, um die eigenen Führungsqualitäten zu stärken

Du befindest dich selbst in einer leitenden Funktion und gerätst in letzter Zeit häufig mit deinem Team aneinander? Keine Sorge. Diese Spannungen bedeuten nicht automatisch, dass du für deine Rolle ungeeignet bist.

Personalmanagement erfordert nicht nur viel Geduld und Fingerspitzengefühl, sondern auch eine Menge Erfahrung. Umso wichtiger ist es, dass du deine Führungsqualitäten kontinuierlich weiterentwickelst. Mit unseren fünf Tipps baust du dir ein starkes Team auf.

1. Selbstreflexion und Feedback

Trägst du Personalverantwortung, ist es besonders wichtig, dass du dich und dein Verhalten stetig analysierst. Mitarbeiterführung ist nicht schließlich statisch, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Nimm dir mindestens einmal pro Woche ein paar Minuten Zeit, um Teamerfolge und Tiefpunkte zu reflektieren.

Identifiziere dabei deine persönlichen Stärken und Schwächen. Bitte zusätzlich deine Kolleg:innen um ehrliches Feedback. So hast du im Anschluss die Chance, dein Führungsverhalten gezielt zu optimieren.

2. Kenne dein Team und ihre Erwartungen

Wie viel weißt du über deine Kolleg:innen? Klar: Je größer dein Team, desto schwieriger ist es in der Regel, alle einzelnen Mitarbeitenden ausgiebig kennenzulernen und zu fördern. Trotzdem sind einige Details hilfreich, um eine angenehme Arbeitsatmosphäre und einen wertschätzenden Führungsstil aufzubauen.

Nimm dir deshalb einen Augenblick Zeit und hake gedanklich ab, welche der folgenden Fakten die über deine Teammitglieder bekannt sind:

  • fachliche Qualifikationen
  • kurzfristige und langfristige Ziele – beruflich und privat
  • Erwartungen
  • Stärken und Schwächen
  • relevante Krankheiten, die möglicherweise besondere Förderung bedürfen
  • grobe private Lebenssituation, die gegebenenfalls die Verfügbarkeiten einschränken
  • Vorlieben und Abneigungen
  • signifikante Unverträglichkeiten und Allergien
  • persönliche Informationen, die dir im Laufe der Zusammenarbeit anvertraut wurden

Sobald du dir einen groben Überblick verschafft hast, geh kurz noch einmal in dich. Hätten dir in der Vergangenheit einige der fehlenden Informationen dabei geholfen, dein Personal besser zu unterstützen oder Konflikte frühzeitig zu verhindern?

Falls ja, nimm diesen Gedanken mit in kommende Gespräche. Bleib aufmerksam, achte auf Details und stelle interessierte Fragen. Aber Vorsicht: Bleib dabei stets professionell und sensibel. Gib deinen Kolleg:innen nicht das Gefühl, du würdest sie ausfragen oder sie seien verpflichtet, dir deine Fragen zu beantworten. Schließlich möchte nicht jeder Mensch all diese Informationen teilen.

3. Lerne neue Fähigkeiten

Zahlreiche Akademien bieten spezielle Trainings für Führungskräfte an. Dort lernst du beispielsweise praktische Tipps für eine lösungsorientierte Kommunikation oder neue Techniken und Perspektiven. Informiere dich über passende Angebote in deiner Umgebung und stärke deine Führungskompetenzen.

Tipp: Schulungen sind zusätzlich eine ideale Gelegenheit, um dich mit anderen Führungskräften im Gesundheitswesen auszutauschen.

4. Entwickle eine Vorbildfunktion

Erwartest du ein bestimmtes Verhalten von deinen Mitarbeitenden, solltest du dieses auch selbst an den Tag legen. Lebe positive Eigenschaften wie Empathie, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein vor. Das motiviert und inspiriert dein Team dazu, gegenseitig voneinander zu lernen und Erfahrungswerte zu teilen.

5. Fördere Talente

Du hörst von engagierten Mitarbeitenden, dass sie sich gerne in einem bestimmten Fachgebiet beruflich weiterentwickeln möchten? Biete ihnen die Möglichkeit an, eine Fortbildung in ihrem Wunschbereich zu absolvieren. Unterstütze sie bei der Suche nach einer passenden Akademie und besprich berufliche Perspektiven innerhalb des Betriebes.

Probleme mit der Führungskraft zehren an den Kräften und schädigen das Teamklima. Umso wichtiger ist es, dass Konflikte schnellstmöglich erkannt und aus dem Weg geräumt werden. Dafür braucht es Empathie, Know-How und gegenseitiges Verständnis. Wir alle machen mal Fehler. Worauf es aber ankommt, ist Vertrauen und Zusammenhalt. Schließlich lassen sich die meisten Probleme gemeinsam entspannter lösen, als alleine.

Shirley Schmolke

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