Technik, die im Alltag hilft: 5 smarte Geräte für Senior:innen

MEDWING
August 20, 2024

Intelligente Technologie erleichtert nicht nur Senior:innen sondern auch Pflegekräften und Angehörigen das Leben.

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    Smarte Technologien können nicht nur älteren Menschen das Leben einfacher machen. Auch Angehörige und Pflegefachpersonal werden in ihrer Arbeit unterstützt und entlastet. Und schließlich führt die Nutzung moderner Technik auch nicht selten dazu, dass Senior:innen länger selbständig zu Hause leben können. Wir stellen dir 5 technische Helfer für Zuhause und den Alltag in Alten- und Pflegeheimen vor, die du kennen solltest.

    Während moderne Technik in den eigenen vier Wänden bei den meisten von uns bislang nur für angenehmen Komfort sorgt, kann digitale Technik die Situation in der Pflege entspannen und eine gute Pflegequalität trotz Personalmangel gewährleisten.

    1. Elektrischer Tablettenspender erinnert an Pilleneinnahme

    Der genaue Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme kann für alte und pflegebedürftige Menschen lebenswichtig sein. Und für Angehörige alleinlebender Senior:innen, die nicht ständig vor Ort sein können, zur Belastungsprobe werden. Deshalb kommt hierfür ein smartes Tool ins Spiel, das wir euch nicht vorenthalten wollen.

    Funktion: Beim „Careousel Advance“ handelt es sich um einen automatischen Tablettenspender, der sich für 28 Tage einstellen lässt und durch akustische und optische Signale an die Medikamenteneinnahme erinnert.

    Das Gadget ist individuell programmierbar und stellt entsprechend des ärztlichen Medikationsplans die korrekte Medikamentendosis zur vorgeschriebenen Tages- oder Nachtzeit bereit, indem es die Pillen in ein Entnahmefach entleert. Die restlichen Tabletten werden währenddessen sicher verwahrt.

    Falls die Tablettenentnahme aus dem Spender vergessen wurde, registriert das System das anhand von Sensoren sofort und zieht die vergessenen Tabletten wieder ein, sodass es bei der nächsten Ausgabe nicht zu einer Überdosierung kommt. Auch die verbleibende Menge an Tabletten wird angezeigt, damit Angehörige oder Pflegepersonal den Spender rechtzeitig wieder neu befüllen können.

    Preis: 149 Euro.


    Alter Senior Mann einnahme Medizin Pille


    2. Smarte Technik schützt vor Feuer auf dem Herd

    Ein vergessenes Essen im Topf oder ein liegengelassenes Handtuch auf der Herdplatte: Wird der Herd nach dem Kochen nicht ausgeschaltet, resultiert daraus nicht selten ein Küchenbrand, auf den Senior:innen oft nicht so schnell reagieren können. Damit es gar nicht erst so weit kommt, will der „Herdwächter“ der Firma Hager Abhilfe schaffen.

    Funktion: Der „Herdwächter“ besteht aus einer Sensor- und einer Steuereinheit. Die Sensoreinheit wird entweder an der Dunstabzugshaube oder an einer dem Herd nahen Wand installiert. Dort registriert sie Temperaturanstiege und Bewegungen, die typischerweise beim Kochen entstehen. Im Falle eines Temperaturanstiegs ohne Bewegung meldet der Sensor per Funk der Steuereinheit Alarm, da dies dafür spricht, dass das Ausschalten der Herdplatte vergessen wurde. Sofern der Alarm nicht innerhalb von 15 Sekunden ausgestellt wird, wird die Stromzufuhr durch eine spezielle Abschalteinheit automatisch unterbrochen und dadurch verhindert, dass Gegenstände auf dem Herd Feuer fangen.

    Preis: ab 420 Euro.


    Senior Frau bereitet Speisen


    3. Hilfsroboter betreut pflegebedürftige Senior:innen rundum

    Bei diesem kleinen Helferlein handelt es sich um einen speziellen Pflegeroboter. Er kann in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen Bewohner:innen und Pflegepersonal unterstützen und deren Alltag vereinfachen.

    Funktion: Der „medisana robot RO 100“ navigiert mittels Sprachsteuerung autonom durch Zimmer oder Wohnung und deckt viele Aspekte ab, um die sich sonst Pflegepersonal oder Familienmitglieder kümmern müssten. Dazu zählen unter anderem Gesundheit und Sicherheit. Wer zu Hause Hilfe braucht, kann sie zum Beispiel über ein spezielles Notfallassistenzsystem rufen.

    Vitalwerte (die die Nutzer:innen mit Geräten der gleichen Firma messen) werden direkt an den Roboter übertragen, dort gespeichert und bewertet. Liegen sie im kritischen Bereich, zeigt der Roboter das sofort an. Zudem erinnert der „Home Care Robot“ Patient:innen an ausstehende Messungen wie zum Beispiel die Überprüfung von Blutdruck, Blutzucker, Puls oder Gewicht.

    Weiteres Benefit: Mit zugehörigen Apps erfolgt die Anbindung an Gesundheitsplattformen. So wird der Roboter unter anderem zu einem virtuellen Sprechzimmer und bietet Pflegepersonal und Patient:innen die Möglichkeit, sich jederzeit mit ihren Ärzt:innen in Verbindung zu setzen. Auch zur besseren Kommunikation lässt sich der Roboter nutzen: Mithilfe von Videoanrufen können Pflegebedürftige oder ältere Menschen, die alleine leben, nicht nur öfter mit ihren Liebsten in Kontakt treten, auch können Angehörige über diese Funktion nach dem Rechten sehen, wenn ein Anruf unbeantwortet bleibt. Des Weiteren kann der smarte Alltagshelfer durch einfachen Sprachbefehl Nachrichten vorlesen, Videos zeigen oder Musik spielen.

    Preis: ca. 5.000 Euro

    4. Intelligente Bodenmatte kann Senior:innen vor Stürzen bewahren

    Leben ältere Menschen alleine zu Hause, ist die Gefahr groß, dass sie stürzen und sich nicht von alleine wieder aufhelfen können, ohne dass es jemand mitbekommt. Für diese Senior:innen kann eine solche Matte eine hilfreiche Stütze sein, aber auch in Alten- und Pflegeheimen Pflegepersonal bei der Arbeit unterstützen.

    Funktion: Beim „SensFloor“ handelt es sich um ein Smart Home-System, das Stürze registriert und direkt meldet. Dafür wird eine spezielle Sensormatte mit über 30 Sensoren pro Quadratmeter ähnlich wie eine Trittschalldämmung unter dem Bodenbelag platziert. Diese Matte wiederum funktioniert wie ein Touchpad. Das System registriert und analysiert jede Bewegung und kann erkennen, ob eine Person gerade geht, steht oder gestürzt ist.

    Die ermittelten Daten werden per Funk an einen Empfänger im gleichen Raum übermittelt. Bei einem Sturz benachrichtigt das System Angehörige oder Pflegepersonal selbständig. Auch das Herumirren einer dementen Person soll die Matte erkennen können und direkt melden. Der Boden lässt sich außerdem mit anderen Produkten, zum Beispiel einer Rufanlage oder dem Beleuchtungssystem verbinden, wodurch zum Beispiel das Licht angeht, wenn sich die Person von einem Zimmer in ein anderes bewegt.

    Preis: circa 100 Euro/Quadratmeter


    Ältere Männer mit Stock fielen zu Hause auf den Boden


    5. Kleine Kamera für die Brille wandelt Text in Sprache um

    Senior:innen, die blind sind oder unter einer starken Sehbehinderung leiden, trauen sich aus Angst und Unsicherheit oft nicht mehr alleine aus dem Haus. In diesem Fall kann das nächste smarte Gadget Menschen mit Sehbehinderung Lebensqualität zurückbringen.

    Funktion: Bei der „OrCam MyEye“ handelt es sich um ein winzig kleines Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte, das per Magnet an den Brillenbügel geknipst wird. Von dort aus liest das Gerät intuitiv und in Echtzeit gedruckten und digitalen Text von jeder Oberfläche vor. So erkennt das intelligente Gadget durch einen hochauflösenden Bildsensor zum Beispiel Preisschilder, Produktnamen, Straßenschilder oder die Uhrzeit. Auch Gesichter von nahen Bezugspersonen kann die Kamera erkennen. Alle Informationen werden umgewandelt und unauffällig durch eine Sprachansage über einen kleinen HD-Minilautsprecher am Ohr an den/die Träger:in weitergegeben.

    Preis: ab 4.800 Euro, das Produkt ist allerdings als Blindenhilfsmittel anerkannt und wird in Deutschland von den Krankenkassen finanziert.

    Moderne, intelligente Technologien haben ihren Preis. Doch sie können nicht nur den Alltag erleichtern und gerade alleinlebenden Senior:innen oder Pflegebedürftigen ein komfortableres, selbstbestimmteres und sichereres Leben ermöglichen. Auch kann die fortschreitende Digitalisierung den akuten Pflegenotstand verbessern und das vorhandene Personal entlasten. Neue Technik ist also im Gesundheitsbereich und in der Pflege eine große Chance.


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