
**Corona, was haben wir alle dieses Thema satt. Es dominiert die Medien überall, ist Gesprächsthema und führt zu Spannungen in der Gesellschaft. Ja, es nervt unglaublich. Aber was bleibt danach und wie geht es weiter? **
Man kann sich sicher sein, dass es nicht die letzte Pandemie und der letzte Virus sein wird, der mutiert und gefährlich werden könnte. Kann man sich auf ein solches Ereignis besser vorbereiten oder sich sogar komplett davor schützen und abschotten?
Verhaltensmuster und Übertragungswege
Ich glaube, man wird aus dieser Pandemie zumindest gelernt haben und alte Verhaltensmuster werden verschwinden. Wir werden uns nicht mehr die Hände zur Begrüßung schütteln – wodurch ein schon lange bekannter Übertragungsweg drastisch reduziert wird. Vielleicht wird auch der oder die Eine oder Andere von uns eine Maske zu den Hochzeiten der Grippe tragen. Viele von uns haben an ihren Rucksäcken und Taschen oder auch darin kleine Desinfektionsmittel-Fläschchen seit Beginn der Pandemie. Ich ertappe mich selbst, wie ich mir – noch häufiger als schon als Pflegekraft bereits vorher – die Hände wasche und auch desinfiziere. Es gehört im Alltag nun einfach dazu. Auch dies wird ein Vorteil sein. Es werden sich weniger Viren über diesen Weg verbreiten.
Forschung und Technik
Die Entwicklung im Bereich der Impfstoffe hat enorme Fortschritte durch diese Pandemie gemacht. Man hat es geschafft in kürzester Zeit mehrere hochwirksame Stoffe zu generieren und damit die Menschen zu schützen, auf vollkommen neuem Wege. Dieser Vorgang wäre noch vor einigen Jahren so gar nicht möglich gewesen, da Forschung und Technik sich noch nicht auf diesem Level bewegten. Im Moment gibt es sogar erste Versuche, auch unterschiedliche Krebserkrankungen mit einer einfachen Impfung zu heilen oder Verläufe sehr stark abzumildern. Sind wir vielleicht sogar bald in der Lage, den Krebs komplett zu besiegen? Ich glaube ja. In der Zukunft wird diese Erkrankung ihren Schrecken weitgehend verloren haben und behandelbar werden.
Ethik und Transhumanismus
Die Medizin schreitet immer weiter voran und man wird bestimmte Krankheiten im Keim ersticken und diagnostizieren können. Ein Lichtblick und Erleichterung für viele Menschen, aber auch eine große Frage im Bereich der Ethik. Will man wirklich wissen, woran man alles erkranken kann und wird. Ist nicht das Wissen darüber schlimmer und angsteinflößender als der vielleicht geringe Prozentsatz, den es am Ende wirklich betrifft? Und wie weit sind wir bereit, uns dann auch modifizieren zu lassen, um bessere Leistungen zu bringen, länger zu leben und Talente auszubauen?
Ein großes Thema wird dazu der Transhumanismus werden, sprich das immer stärkere Verschmelzen von Mensch und Maschine. Der Fluch für die eine und der Segen für die andere Hälfte der Menschheit inklusive einem enormen Potenzial, eine soziale Spaltung weiter voranzutreiben. Aber ist auch diese Entwicklung ein vollkommener Schutz vor Infektionen, Viren und Bakterien? Nein. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es immer Erreger geben wird, die sich ebenfalls anpassen, entwickeln und neue Wege finden werden, um sich auszubreiten – auch in und um uns. Es ist und wird ein ewigwährender Wettlauf bleiben.
Einen vollkommenen Schutz wird es niemals geben, diese Illusion müssen wir begraben. Wir können nur auf der Hut sein und versuchen aufzupassen.
Stefan Heyde


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