Hygienefachkraft – Ein wichtiger Job, nicht nur in der Corona-Krise

MEDWING
August 20, 2024

Nicht erst seit der COVID-19-Pandemie werden Hygienefachkräfte händeringend gesucht. Die Weiterbildung lohnt sich.

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    Was haben wir nicht dieses Jahr schon alles über das Thema Hygiene gelernt. Durch COVID-19 haben wir uns darauf trainiert, uns noch regelmäßiger die Hände zu waschen, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, um uns und andere zu schützen, engen Kontakt mit Fremden zu vermeiden, Handys und Schlüssel zu desinfizieren und noch vieles mehr. Denn Hygiene ist besonders in Zeiten einer Pandemie maßgeblich.Doch in Einrichtungen wie Krankenhäusern, Reha-Zentren oder Altenheimen reichen die „alltäglichen“ Hygienemaßnahmen oft aus. Dort braucht es professionelle und zuverlässige Beratung – durch Hygienefachkräfte.

    Was macht eine Hygienefachkraft?

    Das Aufgabenfeld einer Hygienefachkraft ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Alles dreht sich aber, wie die Berufsbezeichnung schon verrät, um die Hygiene. Ihr Ziel ist es, die Verbreitung von Keimen und Viren durch Präventionsmaßnahmen oder durch ihre Bekämpfung möglichst gering zu halten.

    Hygienefachkräfte überwachen alle hygienerelevanten Arbeitsabläufe in Diagnostik, Therapie und Pflege. Dazu schauen sie sich regelmäßig alle Bereiche der Kranken-oder Pflege-Einrichtung an. Sie üben mit den Teams korrekte Händedesinfektion, nehmen mikrobiologische Untersuchungen von Oberflächen in Patientenzimmern und Operationsräumen vor und kontrollieren Trinkwasser, Desinfektions- und Sterilisationsgeräte. Anschließend erstellen sie aufgrund ihrer Ergebnisse Hygiene-, Reinigungs- und Arbeitspläne.

    Hygienefachkräfte werden auch bei Bauanträgen hinzugezogen, um diese auf hygienische Kriterien zu prüfen.

    Die Aufgaben einer Hygienefachkraft sind sehr unterschiedlich und anspruchsvoll, weshalb eine Weiterbildung für diesen Beruf nötig ist.



    Wie sieht die Weiterbildung aus?

    Wie genau die Weiterbildung zur Hygienefachkraft aussieht, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Um jedoch trotzdem eine bundeseinheitliche Weiterbildung und Anerkennung zu erzielen, hat die Arbeitsgruppe „offensive Hygiene“ der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. einen Rahmenlehrplan entwickelt.

    Die Voraussetzung für die Weiterbildung zur Hygienefachkraft ist eine mindestens 3-jährige abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf und mindestens zwei Jahre praktische Berufserfahrung.

    Die Weiterbildung gliedert sich in einen theoretischen Teil, der 840 Stunden umfasst und einen praktischen Teil mit weiteren 960 Stunden.

    Der Rahmenlehrplan sieht 9 Module vor:

    • Modul 1: Berufs- und Arbeitspädagogik
    • Modul 2: Organisation der Hygiene „Betriebsorganisation“
    • Modul 3: Mikrobiologie und Epidemiologie
    • Modul 4: Grundlagen der Hygiene
    • Modul 5: Prävention nosokomialer Infektionen
    • Modul 6: Technische Hygiene
    • Modul 7: Einrichtungen des Gesundheitswesens
    • Modul 8: Praktikum
    • Modul 9: Facharbeit und Abschlussprüfung

    Wenn du dich informieren möchtest, wo du in deinem Bundesland eine Weiterbildung zur Hygienefachkraft absolvieren kannst, schau einmal hier.

    Gehalt und Berufsaussichten von Hygienefachkräften

    Besonders nach diesem Jahr sind die Aufgaben einer Hygienefachkraft noch relevanter geworden und vermehrt ins Bewusstsein gerückt. Auch im Hinblick auf bestehende Probleme wie Krankenhaus-Keime wird die Bedeutung von Hygiene-Experten zunehmen.

    Eine Weiterbildung lohnt sich also in jedem Fall. Zum einen sind die Berufsaussichten sehr gut, da Hygienefachkräfte händeringend gesucht werden und es nicht genug Bewerber für die Weiterbildung gibt. Zum anderen wird auch das Gehalt durch die Weiterbildung angehoben. Eine Hygienefachkraft verdient durchschnittlich zwischen 2.400 Euro und 3.400 Euro.

    Das i-Tüpfelchen: Als Hygienefachkraft gibt es, wenn nicht gerade eine weltweite Pandemie herrscht, geregelte Arbeitszeiten. Kein spontanes Einspringen für Kollegen, keine Wochenenddienste, keine Feiertagsdienste. Wer möchte, kann außerdem als Freiberufler arbeiten und so für verschiedene Einrichtungen beratend tätig sein.

    Vanessa Winkler

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