Wundmanager:in – Hier erfährst du alles zu dieser Weiterbildung

MEDWING
August 20, 2024

Wundmanager-Weiterbildung: Wie du dich zur Wundexpertin bzw. zum Wundexperten qualifizierst.

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    Durch die Weiterbildung Wundmanagement werden Pflegekräfte Expert:innen im Umgang mit Wunden. Was genau diese Zusatzqualifikation so interessant macht und wie die Tätigkeiten in der Praxis aussehen, erfährst du im folgenden Artikel.

    Egal, ob im Klinikalltag, in der ambulanten Pflege, Altenpflege, Kinderkrankenpflege, oder vielen weiteren Einsatzbereichen von Pflegefachpersonen – Wundmanager:innen werden überall benötigt. Spezielles Expertenwissen macht hierbei den Unterschied. Dieses Wissen kann in der Weiterbildung Wundmanagement erlangt werden.

    Die besonderen Kenntnisse von qualifizierten Wundexpert:innen befähigen zu einer fachgerechten Versorgung von Menschen mit Wundheilungsstörungen. Als Wundexpert:in bzw. Fachtherapeut:in für Wunden erwarten dich viele interessante Einsatzgebiete für die Pflege.

    Was bedeutet Wundmanagement?

    Menschen mit Wunden, akut oder chronisch, sind in ihrer Lebensweise meistens stark eingeschränkt. Oft gehen Wunden mit starken Schmerzen einher. Auch unangenehme Gerüche können die Folge sein. Viele Betroffene genieren sich für ein möglicherweise „unappetitliches“ Aussehen. Wunden sind also nicht selten der Grund für eine soziale Isolation. Gerade chronische Wunden stellen eine große psychische Belastung dar.

    Richtig versorgt, kann den betroffenen Personen jedoch viel von dieser starken Belastung abgenommen werden. Dabei hilft im ersten Schritt schon das Verständnis für die Situation. Effektiv helfen – das ist in erster Linie der Sinn eines Wundmanagements, das ein bedeutendes Aufgabenfeld der Pflege ist.

    Die Behandlung beinhaltet zum Beispiel eine phasengerechte Wundbehandlung, Maßnahmen bei Komplikationen, Schmerztherapie, Narbentherapie und Hautpflege sowie Handlungsleitlinien zu unterschiedlichen Wundtypen. Pflegefachpersonen mit dieser Weiterbildung sind in der Lage, bestimmte Produkte, je nach Wunde, auszuwählen und anzuwenden.


    Eine Wunde am Fuß wird versorgt


    Durch ein kompetentes Wundmanagement, also Fachwissen gepaart mit modernsten Wundauflagen, kann so unter anderem ein natürlicher Wundheilungsprozess unterstützt werden. Hierbei spielt auch eine regelmäßige Kontrolle des Heilungsprozesses eine große Rolle.

    Folgende Tätigkeiten erwarten Wundmanager:innen in der Praxis:

    • Fachgerechte Therapie diverser Wunden
    • Beratung von Patient:innen und Angehörigen
    • Erstellung von Gutachten bei der Veränderung chronischer Wunden
    • Zusammenarbeit mit Haus- und Fachärzt:innen
    • Dokumentation von Maßnahmen und anschließende Evaluation
    • Anwendung verschriebener Wundprodukte

    Darum ist Wundmanagement so wichtig

    Wie bereits aufgeführt, können Wunden für die Betroffenen sehr belastend sein. Die richtige Versorgung ist maßgeblich für die Heilung. Aber auch die Interaktion zwischen den Pflegenden und den Patient:innen ist sehr wichtig.

    Es gibt chronische Wunden, welche über lange Zeiträume versorgt werden müssen, oder akute Wunden. Die verschiedenen Phasen einer Wunde gilt es zu erkennen und dementsprechend korrekt zu behandeln.

    Fehlbehandlungen sowie mangelnde Hygiene führen nicht selten zu dramatischen Konsequenzen. Es geht also eine große Verantwortung mit der Behandlung einher. Umso wichtiger ist es, ausgebildete Expert:innen in der Versorgung zu haben. Ein fachgerechtes Wundmanagement muss stets individuell auf die verschiedenen Situationen unter Einbezug von praxisbezogenen Vorgehensweisen eingehen.

    In Anbetracht einer immer stärker alternden Gesellschaft haben Wundmanager:innen kein Problem, in ihrem Fachbereich Arbeit zu finden. Denn gerade ältere Menschen sind aufgrund von empfindlicher Haut und Bindegewebe anfälliger für Wunden. Oft handelt es sich dabei um chronische Wunden, die auf Dauer eine spezielle Versorgung benötigen. Eine fachgerechte Behandlung ist daher vor allem im Alter essentiell.



    Was erwartet dich in der Weiterbildung zum Wundmanager?

    Zukünftige Wundmanager:innen bzw. Wundexpert:innen können sich in der Weiterbildung auf viele interessante Inhalte freuen. Je nach Ausbildungsstätte variieren diese. Im Wesentlichen geht es um die folgenden Punkte:

    • Wundentstehung, Wundbeurteilung, Wunddokumentation
    • Erfassen von Risikofaktoren
    • Techniken in der Versorgung
    • Hygienestandards
    • schmerzlindernde Maßnahmen
    • Reinigung von Wunden
    • Desinfektion
    • Verbandswechsel
    • Heilförderung (unter anderem Hygiene und Ernährung)

    Die Ausbildungsdauer beträgt je nach Ausbildungsformat zwei Wochen bis hin zu sechs bis zwölf Monaten.

    Der Ausbildungsaufbau sieht einen theoretischen Unterrichtsteil vor (ca. 48 bis 72 Schulungsstunden) sowie eine Hospitation von ca. 16 Stunden (auch diese können variieren). Während der Hospitation sollen die theoretisch erlernten Weiterbildungsinhalte praktisch umgesetzt und angewendet werden. Nach der Hospitation muss in der Regel ein Abschlussbericht verfasst werden.

    Nach dem theoretischen und praktischen Teil wartet eine Abschlussprüfung auf die Lernenden. Ist diese bestanden, dürfen die Teilnehmer:innen die Berufsbezeichnung Wundexpert:in ICW oder auch Wundmanager:in ICW tragen. Die Titel stehen als Synonym füreinander. Es gibt keine Unterschiede im Berufsbild.

    Nicht alle Weiterbildungen im Bereich Wundmanagement führen zu einem ICW-Zertifikat (Initiative für chronische Wunden). Dieses verbessert jedoch noch einmal die beruflichen Chancen und sollte Teil des Bildungsganges sein.

    Welche Voraussetzungen bestehen?

    Wer sich für diese karrierefördernde Weiterbildung interessiert, muss zuvor eine Ausbildung im Pflegebereich absolviert haben. Weitere abgeschlossene Berufsausbildungen aus dem Gesundheitswesen können ebenfalls als Zugangsvoraussetzung dienen:

    • Arzt/Ärztin
    • Apotheker:in
    • CTA (Chirurgisch Technischer Assistent)
    • COA (Chirurgisch Operativer Assistent)
    • Diabetesberater:in
    • Medizinische Fachangestellte
    • Heilpraktiker:in
    • Podolog:in
    • PTA (Pharmazeutisch Technischer Assistent)

    Die Weiterbildung ist gebührenpflichtig. Die Preise sind je nach Ausbildungsdauer und -stätte unterschiedlich.



    Welche Arbeitsmöglichkeiten gibt es und wie viel Gehalt verdienen Wundmanager:innen?

    Wundexpert:innen haben eine große Vielzahl von Arbeitsmöglichkeiten. Beispielsweise besteht die Option, sich mit einem ambulanten Pflegedienst selbstständig zu machen (mobile Wundversorgung).

    Neben der Möglichkeit der Selbstständigkeit, finden Wundmanager:innen vor allem in den folgenden Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten:

    • Kliniken, Krankenhäuser
    • Pflegeeinrichtungen
    • Ambulante Pflegedienste
    • Medizinische Behandlungszentren

    Eben überall dort, wo Menschen auf eine optimale Pflege durch Expert:innen angewiesen und Behandlungserfolge durch eine professionelle Wundbehandlung zu erzielen sind. Die enge Zusammenarbeit in einem therapeutischen Team mit Ärzt:innen und anderen Pflegekräften macht eine gute Teamarbeit unerlässlich.

    Das Einkommen als Wundmanager:in ist je nach Einsatzort, Arbeitgeber und voriger Qualifikation unterschiedlich.Eine grobe Orientierung bietet Gehalt.de. Dort wird das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt für Wundexpert:innen bzw. Pflegefachkräfte mit der Zusatzqualifikation Wundmanagement in Deutschland mit etwa 50.000 Euro angegeben.

    Wo kann ich die Weiterbildung absolvieren?

    Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, wo die Weiterbildung Wundmanagement absolviert werden kann. Zahlreiche Wundversorgungsseminare werden über diverse Ausbildungsstätten angeboten, welche sich unter anderem auf Fort- und Weiterbildungen im Gesundheitswesen spezialisiert haben. Hier stößt man im Internet schnell auf viele Anbieter.

    Die meisten Lehrgänge sind Präsenzveranstaltungen. Das ist in diesem Fachbereich sehr sinnvoll, da es auf praktische Kompetenzen ankommt. Es besteht jedoch auch die Option, die Weiterbildung als Fernstudium/Fernkurs wahrzunehmen. Dies ist gerade für Berufstätige, die auf flexible Lernzeiten angewiesen sind, von Vorteil.

    Bei der Auswahl einer Bildungsstätte sollte darauf geachtet werden, dass die oben aufgeführten Lehrinhalte gewährleistet sind und die offizielle Berufsbezeichnung nach Beendigung getragen werden darf.

    Gesundheitsfachkräfte sollten sich, aufgrund der Vielfalt von Bildungsstätten, im Vorfeld gut über die Weiterbildung informieren und die verschiedenen Lehrgänge vergleichen – auch in Bezug auf die anstehenden Kosten.

    Ebenso ermöglichen nicht alle Anbieter den Erhalt eines ICW-Zertifikates (Initiative für chronische Wunden). Ein Plus-Punkt, auf den nicht verzichtet werden sollte.

    Die Weiterbildung Wundmanagement ist für Gesundheitsfachkräfte in jedem Fall ein Gewinn, denn sie erweitert die Karrieremöglichkeiten. Pflegekräfte können auf diesem Weg zu echten Wundexpert:innen werden und ein hohes Maß an Professionalität in der Versorgung gewährleisten.

    Wundmanagement ist eine Spezialisierung im Pflegebereich, die sich lohnt. Du solltest jedoch bedenken, dass der Umgang mit Wunden nicht immer leicht ist und du viel Einfühlungsvermögen im Umgang mit den Patient:innen brauchst. Wenn du dich dem gewachsen fühlst, führt deine fachliche Kompetenz, Beratung und Interaktion mit den betroffenen Menschen zu mehr Lebensqualität und du kannst ihnen viel Leid und Schmerz nehmen.

    Sarah Micucci

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