„Mitgefühl“ und „The Father“ – zwei aktuelle Filme über Demenz

Friederike Bloch
May 14, 2024

Kino-Tipp: Die Filme „Mitgefühl“ und „The Father“ widmen sich aktuell dem Umgang mit Demenzkranken.

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    Aktuell im Kino: Die Theaterverfilmung „The Father“ und der Dokumentarfilm „Mitgefühl“ bieten neue Perspektiven auf die Diagnose Demenz.

    Die Angst der Deutschen, an Demenz bzw. Alzheimer zu erkranken, ist weitaus größer als die Angst vor Corona. Denn die Diagnose bedeutet unaufhaltsamen geistigen Abbau bis hin zum völligen Verlust der Kontrolle über das eigene Gehirn. Diese Schreckensvorstellung ist einer der Gründe, warum sich die wenigsten – solange sie nicht müssen – mit dem Thema auseinandersetzen. Zwei aktuelle Kinofilme gehen hier auf Konfrontationskurs. Wir stellen sie dir vor.

    „The Father“ – ein bewegendes Drama über Demenz

    Wie stellt man eine Krankheit dar, von der die Betroffenen selbst nur im Anfangsstadium berichten können? Für die Angehörigen ist die Realität Demenzkranker schwer nachzuvollziehen und die meisten Filme über die Krankheit stellen ihr Erleben in den Mittelpunkt. Das Spielfilmdebüt von Regisseur Florian Zeller geht einen anderen Weg und schildert die Welt des 81-jährigen Demenzpatienten Anthony aus dessen Sicht. Der Film basiert auf einem Theaterstück des Regisseurs und gewann im April zwei Oscars, unter anderem für den besten männlichen Hauptdarsteller.Hollywood-Star Anthony Hopkins glänzt in der Rolle des Senioren, dessen Alltag zunehmend verwirrender und bedrohlicher wird. Warum verschwinden plötzlich Gegenstände und wer sind diese Menschen in seiner Wohnung? Olivia Colman, bekannt aus der Serie „The Crown“, spielt seine Tochter, die als unfreiwilliger Eindringling in Anthonys verworrener Welt ihre Verzweiflung zurückhalten muss. „The Father“ ist ein eindringlicher Film, der nichts beschönigt und einen realistischen Einblick in das Krankheitsbild Demenz gibt.

    „Mitgefühl“ – der aktuelle Dokumentarfilm zeigt einen würdevollen Umgang mit Dementen

    Dänemark dient oft als Vorbild für innovative Gesundheits- und Pflegekonzepte. So überrascht es nicht, dass ein dänisches Altenheim Schauplatz eines Dokumentarfilms über ein lebensbejahendes Demenz-Konzept ist. In „Mitgefühl“ (Originaltitel: „It is not over yet“) geht es um May Bjerre Eiby und ihre Pflegeeinrichtung für Demenzkranke. Die Krankenpflegerin wollte, dass demente Menschen eine bessere Pflege bekommen, als ihr Vater in einem normalen Heim. Deshalb gründete sie die Einrichtung „Dagmarsminde“.Der Film von Regisseurin Louise Detlefsen begleitet den Alltag der Bewohner:innen. Statt mit Medikamenten ruhig gestellt zu werden, erhalten die Senior:innen Zuwendung und Beschäftigung. So wird das, für Demenz typische, aggressive oder unruhige Verhalten aufgefangen. Der Film ist Inspiration und Plädoyer für moderne, menschlichere Pflegekonzepte zugleich. Er zeigt ganz deutlich: Lebensfreude und Würde sind mit einer Demenzerkrankung nicht zwangsläufig vorbei.

    Demenz, häufig in Form von Alzheimer, schleicht sich unbemerkt in das Leben der Erkrankten und richtet dort verheerende Folgen an – auch für die Angehörigen. Authentische Spielfilme wie „The Father“ oder optimistische Dokumentationen wie „Mitgefühl“ tragen zur Aufklärung über die Krankheit bei und nehmen ihr ein wenig den Schrecken.

    Friederike Bloch

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