Hightech-Diagnostik und mikrochirurgisches Arbeiten: Die Augenheilkunde bzw. Ophthalmologie ist ein spannendes, innovatives und interdisziplinäres Fach. Was diese vermeintlich „kleine“ Spezialisierung als Augenärztin bzw. Augenarzt so groß und reizvoll macht, erfährst du hier.
Der Fachbegriff „Ophthalmologie“ kommt aus dem Griechischen: „Ophthalmos“ bedeutet „Auge“. „Logos“ heißt auf Deutsch „Wort“. Übersetzt bedeutet es so viel wie „Das Wort vom Auge“. Laut Bundesärztekammer gibt es in Deutschland nur 7.901 Augenärztinnen bzw. Augenärzte. Der Bedarf an Nachwuchskräften ist groß:
- Am besten sieht es in Bremen aus: Auf 100.000 Einwohner:innen kommen 13,1 Augenärzt:innen.
- In Rheinland-Pfalz gibt es umgerechnet nur 7,0 Augenärzt:innen pro 100.000 Einwohner:innen.
- In Niedersachsen sind es mit 6,9 Ophthalmolog:innen sogar noch etwas weniger.
Aufgaben als Augenärztin bzw. Augenarzt
Die Augenheilkunde gilt oft als Randgebiet. Dabei bietet das Fach alles von der ästhetischen Mikrochirurgie bis zur Versorgung schwerer Erkrankungen. Eingriffe wie eine Operation beim Grauen Star oder eine Laserbehandlung wegen einer Netzhautablösung finden ambulant direkt in der Praxis statt. Für komplexere Operationen suchen Patient:innen die Augenklinik auf.
Für dich als angehende:r Augenärztin/Augenarzt bietet sich ein breites Tätigkeitsspektrum mit viel Kontakt zu Patient:innen. Du behandelst Menschen aller Altersgruppen vom Frühchen bis zum hochbetagten Menschen.
Die modernen Untersuchungsmethoden und beeindruckenden Erfolge bei der Behandlung führen innerhalb der Profession zu einer hohen Zufriedenheit innerhalb des Jobs. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist in der Regel gegeben.
Tätigkeitsschwerpunkte
Als Fachärztin bzw. Facharzt für Augenheilkunde gehört es zu deinen Aufgaben, die Augen deiner Patient:innen zu untersuchen und Fehlsichtigkeiten sowie krankhafte Veränderungen zu erkennen und zu behandeln. Dabei setzt du innovative diagnostische Verfahren ein.
Beispiele für typische Tätigkeiten:
- Messungen und Untersuchungen der Augen, der Netzhaut und der Sehnerven wie Sehtests und Augendruckmessungen,
- Medikamente verabreichen wie Augentropfen, Augengel oder Augensalbe, Tabletten, Injektionen und Infusionen,
- Korrektur von Strabismus (Schielen),
- Augenoperationen und Nachsorge,
- Beratung zu Diagnose, Therapiemöglichkeiten und Kosten,
- in Kliniken die Aufnahme, Verlegung und Entlassung von Patient:innen,
- Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskräften (Vorlesungen, Seminare, Prüfungen)
Falls du an einer Universitätsklinik tätig bist, kommen wissenschaftliche Forschung und Lehre dazu. Du wirkst an Forschungsreihen mit und promovierst beziehungsweise habilitierst.
Digitalisierung in der Augenheilkunde
Die Bildgebung wird immer genauer. Dadurch ist es möglich, feinste Strukturen an Blutgefäßen oder den Sehnerven darzustellen. Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Bilddaten auszuwerten. Behandlungsmöglichkeiten wie die computerassistierte Chirurgie, bei der Augenoperationen mit 3-D-Modellen, chirurgischer Navigation und Robotern durchgeführt werden, oder der Ausdruck von Hornhaut aus dem 3-D-Drucker bieten in Zukunft vielfältige Möglichkeiten.
Voraussetzungen für eine Karriere im Bereich der Augenheilkunde
Wenn du dich für die Augenheilkunde entscheidest, studierst du nach dem Abitur zunächst zwölf Semester Medizin und legst dein Staatsexamen ab. Anschließend beantragst du die staatliche Zulassung zur Ausübung deiner ärztlichen Tätigkeit. Nach der Approbation erwarten dich fünf weitere Jahre Ausbildung als Assistenzärztin bzw. Assistenzarzt auf dem Gebiet der Ophthalmologie. Diese absolvierst du in einer Augenklinik oder in einer niedergelassenen Praxis. Danach hast du die Möglichkeit, als angestellte:r Augenärztin/Augenarzt zu praktizieren oder eine eigene Praxis zu eröffnen.
Das Auge ist sehr klein. Daher ist es von Vorteil, wenn du sehr gründlich bist, damit dir auch kleinste Veränderungen auffallen. Wenn du operierst, ist eine ruhige Hand von Vorteil. Während der Operation siehst du deine eigenen Hände nicht: Du schaust durch Mikroskope und siehst nur den Bereich, in dem du beschäftigt bist, und deine Werkzeuge. Daran musst du dich eventuell erst gewöhnen.
Arbeitsort als Augenärztin bzw. Augenarzt
Besonders auf dem Land herrscht Fachärztemangel. Du kannst dich mit einer eigenen Praxis niederlassen, aber auch in Gemeinschaftspraxen, Augenkliniken, Hochschulkliniken und kommunalen Krankenhäusern sowie im Gesundheitsamt oder in der Forschung unterkommen.
Gehalt: Verdienstmöglichkeiten als Augenärztin bzw. Augenarzt
Dein Gehalt als angestellte:r Augenärztin/Augenarzt liegt in Deutschland durchschnittlich bei rund 8.000 Euro brutto monatlich beziehungsweise 96.000 Euro brutto jährlich. Deutlich höher ist dein Gehalt, wenn du als niedergelassener Arzt in eigener Praxis arbeitest. Laut Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) gehörst du in der Augenheilkunde damit zu den Top-Verdienern: 249.000 Euro jährlich bleiben dir als Praxisinhaber:in als Reinertrag übrig. Nur niedergelassene Radiolog:innen verdienen noch besser. Du siehst: Die Ophthalmologie lohnt sich in mehrfacher Hinsicht.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Augenärzt:innen
Als Ophthalmolog:in hast du die Möglichkeit, Anpassungs- und Zusatzweiterbildungen zu absolvieren. Eine Anpassungsweiterbildung sorgt dafür, dass du fachlich auf dem neusten Stand bleibst. Du erfährst, welche aktuellen Entwicklungen es gibt und bleibst auf der Höhe der Zeit. Diese Art der Weiterbildung ist gesetzlich verpflichtend. Beispielsweise gibt es Angebote im Bereich der Humanmedizin, der Chirurgie oder des Gesundheitsmanagements.
Mit einer Zusatzweiterbildung kannst du dich weiter spezialisieren und eine Zusatzweiterbildung führen. Dazu zählen unter anderem Betriebsmedizin oder Notfallmedizin.
Du kannst dir vorstellen, dich auf die Augenheilkunde zu spezialisieren? Bei MEDWING findest du offene Stellen für Assistenzärzt:innen im Bereich der Ophthalmologie. Schau am besten gleich bei den Stellenangeboten für (angehende) Augenärzt:innen vorbei.


%20(1).png)




.png)