Neuer Diättrend? 5 überraschende Fakten zur Blutspende

MEDWING
August 20, 2024

Ersetzt Blutspenden die Sporteinheit? Zum Weltblutspendetag versorgen wir dich mit interessanten Fakten zum Pieks.

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    Es ist ein kleiner Pieks mit großer Wirkung: Rund 112 Millionen Blutspenden werden laut Deutschem Roten Kreuz (DRK) in Deutschland jährlich benötigt. Für zahlreiche medizinische Eingriffe, Therapien und Notfälle sind Blutkonserven unerlässlich – und oft lebenswichtig. Deshalb ist es von so großer Bedeutung, dass möglichst viele Menschen regelmäßig ihr Blut spenden. Wir haben für dich passend zum heutigen Weltblutspendetag 5 überraschende Fakten zur Blutspende zusammengestellt.

    Seit 2004 findet der Weltblutspendetag jährlich am 14. Juni statt. Durch ihn soll auf die Dringlichkeit von Blutkonserven aufmerksam gemacht werden. Der Tag soll außerdem dazu ermutigen, mal wieder oder erstmalig Blut zu spenden.

    Vor allem im bevorstehenden Sommer und der damit verbundenen Urlaubszeit geht das Blutspendenaufkommen jedes Jahr deutlich zurück. Der Bedarf bleibt gleich. Allein für Berlin meldete die Ärztekammer kürzlich, dass die Zahl der Blutspenden 30 Prozent unter dem Normalwert läge. 15.000 Blutspenden werden laut DRK täglich benötigt. Mit nur einer einzigen Blutspende von lediglich einem halben Liter und einem Zeitaufwand von wenigen Minuten kann man drei Menschenleben retten. Ein Grund mehr also, sich regelmäßige Blutspendetermine im Kalender zu notieren.

    Wir haben für dich spannende Fakten zum Thema Blutspenden zusammengetragen.


    Infografik Fakten Blutspende Medwing


    1. Blutspenden ist gesund

    Klingt im ersten Moment vielleicht absurd, ist aber sogar wissenschaftlich belegt. Laut einer Studie, veröffentlicht im Magazin „Transfusion“, können Blutspender:innen bei regelmäßigen Spenden ihren Blutdruck senken und so kardiovaskulären Krankheiten vorbeugen.

    Außerdem wird bei jeder Blutspende das Blut auf auffällige Werte oder Infektionskrankheiten untersucht. Dazu zählen unter anderem die Erreger von HIV, Hepatitis B und Hepatitis C, aber auch Erreger, die Rückschlüsse auf eine mögliche Infektion mit der Geschlechtskrankheit Syphilis geben. Weist das Blut Auffälligkeiten auf, erfolgt eine direkte Rückmeldung. Blutspender:innen tun also nicht nur Gutes für die Allgemeinheit, sondern bekommen auch jedes Mal einen kostenlosen Gesundheits-Check-Up.

    2. Kalorienverbrauch steigt durch Blutspende

    Mit jeder Blutspende verliert man laut einer Infobroschüre der Uniklinik Köln rund 2000 bis 3000 Kalorien. Und das sogar zusätzlich zum Grundumsatz. Denn: Der Körper muss in den Wochen nach dem Pieks jede Menge Energie aufbringen, um das verlorene Blut neu zu bilden. Da aber nur rund 500 ml Blut entnommen werden, also circa sieben bis acht Prozent des gesamten Blutvolumens, wird der Verlust relativ schnell ausgeglichen. Nach zwei bis drei Monaten ist man fit für den nächsten Durchlauf. Faszinierend, was das Wunderwerk Körper leistet. Als neuer Diättrend eignet sich Blutspenden aber wohl eher nicht.

    3. Andere Länder, andere (Blutspende-)Sitten

    Viele Länder schaffen clevere Anreize, um mehr Menschen dazu zu bewegen, ihr Blut abzugeben. In Deutschland wird die Spende meistens mit einer kleinen Aufwandsentschädigung von rund 20 Euro entlohnt. Außerdem stehen kostenlose Getränke, Snacks und Kuchen für die Spender:innen bereit. Im Ausland wird oft durch andere Vorteile und Vergünstigungen motiviert. So bekommen laut Ärztezeitung in Griechenland Beamt:innen und Soldat:innen pro Blutspende bis zu vier Tage Sonderurlaub. Spenden dürfen sie bis zu 4-mal jährlich. Auch in Italien und Polen profitieren Angestellte von dem kleinen Pieks. Sie werden mit einem Urlaubstag sowie mit Schokolade, süßen Riegeln und Saft belohnt, damit sie schnell wieder neue Energie tanken. In Polen können am Ende des Jahres sogar Steuervorteile durch das regelmäßige Blutspenden erzielt werden, abhängig von der gespendeten Blutmenge. Wer in Tschechien Blut spendet, bekommt von den Krankenversicherungen Vergünstigungen in Form von Gutscheinen für vielfältige Freizeitangebote, so zum Beispiel Sauna- oder Schwimmbadbesuche oder Massagen.

    4. Eine App informiert darüber, wann das eigene Blut verwendet wurde

    Die App „Statusplus Blutspende“ des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) unterstützt Spender:innen beim Koordinieren von allen Terminen rund um die nächste Blutspende und verwaltet wertvolle Infos zu Gesundheitsdaten. Doch das ist noch nicht alles: Die Spender:innen bekommen auch eine Benachrichtigung, wann ihr Blut für eine Bluttransfusion verwendet und damit für ein Menschenleben gekämpft wurde. Wir finden: Mit dieser „Belohnung” für die gute Tat fühlt sich Blutspenden gleich doppelt gut an.

    Mithilfe der App kann man außerdem online Termine zur nächsten Spende vereinbaren, Blutwerte erhalten und speichern oder sich ausrechnen lassen, wann man erneut spenden darf. Sie ist kostenlos für iOS und Android erhältlich. Bis jetzt wird die App nur an den UKSH-Standorten Kiel und Lübeck verwendet. Theoretisch kann sie aber jede Blutspendeeinrichtung einsetzen.

    5. Blutspender:innen erhalten im Notfall schnelle Hilfe

    Im Falle eines Notfalls haben Spender:innen wortwörtlich bessere Karten. Denn sie erhalten einen Blutspendeausweis in Form einer Karte, auf der zur Einfachheit für die nächsten Spenden auch die Blutgruppe vermerkt ist. Führst du diese Karte im Portemonnaie mit dir und wirst selbst einmal zum Notfall, können Rettungskräfte schnell deine Identität und deine Blutgruppe ermitteln. Das erspart einen Test, der vielleicht wertvolle Zeit an der Unfallstelle kostet. Blutspenden sichert also nicht nur andere, sondern auch dich selbst ab.


    Rote Blutform in menschlicher Hand für Weltblutspendetag und Lebensrettung


    Blut spenden: Die wichtigsten Infos im Überblick

    Haben unsere Fakten dich zum Blutspenden motiviert? Dann kommen hier noch die wichtigsten Infos und Voraussetzungen zur Blutspende:

    • Grundsätzlich kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 68 Jahren alle zwei bis drei Monate zur Blutspende kommen. Auch homosexuelle Männer und Prostituierte dürfen seit August 2017 Blut spenden, sofern laut einer Richtlinie der Bundesärztekammer ihr Sexualverhalten über einen bestimmten Zeitraum kein „deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten“ wie HIV birgt.
    • Spender:innen müssen gesund sein, einen stabilen Blutdruck aufweisen, eine Körpertemperatur von unter 37,5 Grad haben und mindestens 50 Kilo wiegen. Mit erst kürzlich gestochenen Tattoos oder Piercings ist die Blutspende aufgrund eines zu hohen Infektionsrisikos tabu.
    • Vor der Blutspende sollte man ausreichend essen und trinken. So wird der Blutfluss beim Spenden unterstützt und der Kreislauf bleibt stabil. Auf Alkohol sollte man vorher verzichten.
    • Man kann entweder eine Vollblutspende vornehmen lassen oder nur bestimmte Bestandteile aus seinem Blut spenden (z. B. rote Blutkörperchen, Thrombozyten oder Blutplasma).
    • Für den Blutspendetermin sollte man rund eine Stunde einplanen. Die reine Blutspende ist zwar schon nach wenigen Minuten vorbei. Zeit mitbringen sollte man für ein Vorgespräch, bei dem man persönliche Angaben zu seinem Gesundheitszustand macht. Ein anwesender Arzt checkt Puls und Blutdruck. Im Anschluss bleiben die Spender:innen noch ein paar Minuten liegen und können bei einem kleinen Snack zu neuen Kräften kommen.
    • Vier bis sechs Mal im Jahr darf man Blut spenden – Frauen aufgrund ihrer Regelblutung etwas weniger als Männer.

    Blutspenden ist unkompliziert und schmerzfrei, aber extrem wichtig, um Versorgungsengpässe in Krankenhäusern zu vermeiden. Ist man gesund, gibt es kaum Gründe, die dagegen sprechen. Das gute Gefühl danach: Unbezahlbar.

    Katharina Klein

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