Ein Minijob als Krankenpfleger:in – geht das? Klar doch! Wir erklären dir, was ein Minijob ist, welche es für Gesundheits- und Krankenpfleger:innen gibt und was du bei dem Nebenjob beachten musst.
Als Krankenpfleger:in einen Minijob anzunehmen, kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht bist du Student:in und möchtest dir etwas dazuverdienen. Oder deine familiäre Situation lässt nur wenige Stunden Arbeit zu.
Oder du bist als Gesundheits- und Krankenpfleger:in fest angestellt und möchtest dein Gehalt mit einem Nebenjob aufstocken. Auch für Schüler und andere Menschen, die den Pflegeberuf kennenlernen möchten, kommt ein Minijob in einer Klinik infrage.
Was ist ein Minijob?
Ein Minijob, auch Neben- oder Aushilfsjob genannt – ist eine geringfügige Beschäftigung. Hierbei fallen keine Steuer- oder Sozialabgaben an.
Früher wurden Minijobs auch als 450-Euro-Jobs bezeichnet, du man monatlich nicht mehr als 450 Euro verdienen bzw. nicht mehr als 70 Tage im Jahr arbeiten durfte.
Mit der Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde wurde am 01.10.2022 jedoch auch die Entgeltgrenze für Minijobs von 450 Euro auf 520 Euro angehoben. Daher wurden die ehemaligen 450-Euro-Jobs nun zu 520-Euro-Jobs.
Voraussetzungen für den Minijob in der Krankenpflege
Viele Kliniken und Gesundheitseinrichtungen, die Nebenjobs für Krankenschwestern und -pfleger anbieten, setzen eine abgeschlossene Ausbildung zur Pflegefachkraft voraus.
Auch ausgebildete Notfallsanitäter:innen bzw. Rettungsassistent:innen werden gerne gesehen. So kannst du die bestehenden Teams am besten unterstützen.
Du hast jedoch auch ohne Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger Chancen, einen Minijob in der Pflege zu finden. Manche Einrichtungen bieten ungelernten Kräften eine Einarbeitung an, nach der sie Aushilfstätigkeiten ausführen können.
Auch als Patientenbegleiter:in oder Stationshilfe kannst du ohne Vorerfahrung geringfügig arbeiten. Zuletzt gibt es auch 520-Euro-Jobs für Krankenpflege-Assistent:innen oder Pflegehelfer:innen, die nur einen Pflegebasiskurs oder eine einjährige Ausbildung hinter sich haben.
Da die Arbeit in der Krankenpflege körperlich und auch emotional anstrengend sein kann, solltest du gesundheitlich und mental fit sein. Selbstverständlich darfst du keine Scheu vor der Arbeit mit kranken und hilfsbedürftigen Menschen haben. Empathie und Zuverlässigkeit sind weitere Softskills von Krankenpfleger:innen.
Außerdem solltest du dich schnell in neuen Teams zurechtfinden können und bereit sein, flexibel zu arbeiten, denn der Schichtdienst ist auch für die meisten Minijobber in der Krankenpflege selbstverständlich. Ein Führerschein ist ebenso oft von Vorteil.
Minijob als Krankenpfleger:in – das sind deine Aufgaben
Je nachdem, ob du examinierte:r Gesundheits- und Krankenpfleger:in bist oder dem Nebenjob im Krankenhaus nur als Aushilfskraft nachgehst, hast du unterschiedliche Aufgaben.
Als Krankenpfleger:in betreust du in deinem Minijob, genau wie deine Kolleg:innen in Vollzeit, die Patient:innen medizinisch und pflegerisch. Das heißt, du verabreichst Medikamente, führst die Grundpflege durch oder versorgst Wunden. Auch die Dokumentation der Pflegeleistungen gehört zu deinen Aufgaben.
Als Aushilfe im Krankenpflege-Minijob unterstützt du die Fachkrankenpfleger:innen bei ihren Tätigkeiten und führst einfache medizinische Aufgaben durch. Du kannst außerdem die Ausgabe von Essen, den Transport von Klinikbetten und das Wechseln von Wäsche übernehmen.
Guter Stundenlohn und wenige Dienste – so lohnt sich der Krankenpfleger-Minijob
Der finanzielle Vorteil von einem Minijob als Krankenschwester bzw. -pfleger liegt auf der Hand: Von deinem Gehalt werden keine Steuern und Sozialabgaben abgezogen.
Denn in einem Minijob darfst du im Monat bis zu 520 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei verdienen. Trotzdem bist du unfallversichert und der Nebenjob trägt auch zu deiner Rentenversicherung bei, sofern du dem nicht widersprichst.
Der Stundenlohn, den die Kliniken bezahlen, ist individuell und richtet sich entweder nach bestehenden Tarifverträgen oder dem Pflege-Mindestlohn. Dieser beträgt momentan 12 Euro pro Stunde für Hilfskräfte ohne Ausbildung und 15 Euro pro Stunde für Minijobber:innen mit pflegerischer Ausbildung. Viele Betriebe zahlen ihren Arbeitnehmern jedoch mehr.
Besonders, wenn du nachts arbeitest oder an Sonn- und Feiertagen einspringst, lohnen sich schon wenige Arbeitseinsätze. Denn dann kommen häufig lohnsteuerfreie Zuschläge dazu, die du zusätzlich zu den 520 Euro verdienen kannst.
Kurzarbeit und Zeitarbeit: Vorteile von Krankenpfleger:innen mit Nebenjob
Auch als Krankenpfleger in Zeitarbeit kannst du einen Minijob auf 520-Euro-Basis ausüben. Dies ist besonders lukrativ, weil der Stundenlohn meistens höher ist und oft zwei bis drei Schichten im Monat ausreichen. So hast du die Möglichkeit, deine Einsätze noch flexibler zu planen und zum Beispiel auch mal einen Monat auszusetzen.
Es kann sich sogar lohnen, die Arbeitszeit in Festanstellung zugunsten eines Nebenjobs zu reduzieren, um so mit weniger Arbeitsstunden mehr Geld zu verdienen.
Gut zu wissen: Wenn du in einem Betrieb arbeitest, der Corona-bedingt Kurzarbeit anmelden muss und einen Minijob in der Krankenpflege annimmst, wird der Verdienst nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Denn Berufe im Gesundheitsbereich gelten als systemrelevant. Die Ausnahme gilt auch, wenn du den Nebenjob als Krankenpfleger neu aufnimmst. Die einzige Bedingung ist, dass du mit 520-Euro-Job und Kurzarbeitergeld nicht mehr verdienst, als vorher.
Wo finden Krankenpfleger:innen Minijobs?
Krankenhäuser und Kliniken schreiben auf ihren Webseiten unter „Jobs“ oder „Karriere“ oft freie Stellen – auch für geringfügige Beschäftigung – aus. Die gängigen Jobportale im Internet bieten ebenfalls eine Fülle von Angeboten für Minijobs in der Krankenpflege.
Ein Krankenpfleger-Minijob ist eine gute Möglichkeit, dir etwas dazu zu verdienen, dein Gehalt aufzustocken oder erste Erfahrungen im Bereich der Krankenpflege zu sammeln. Die Chancen, einen Nebenjob in der Pflege zu finden, stehen sehr gut, denn die Personallage ist angespannt und Helfer:innen werden überall gesucht.
Friederike Bloch


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