Technik spielt in der Diagnostik und Therapie eine zunehmend größer werdende Rolle. Als Medizinisch-technische Assistenz (MTA) arbeitest du mit Menschen und Maschinen gleichermaßen. Das macht diesen Beruf ideal für alle, die eine Karriere in der Naturwissenschaft anstreben und technisches Geschick mitbringen. In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte rund um den vielseitigen und anspruchsvollen Beruf der MTA, die vier Spezialisierungsmöglichkeiten und Weiterbildungschancen.
MTA werden nicht nur in der Humanmedizin, sondern auch in der Tiermedizin gebraucht. Falls du kurz davor bist, deinen Schulabschluss zu machen und eine Ausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich suchst, bist du hier richtig.
Achtung: Durch die verwirrende Bezeichnung „Assistent:in“ kommt es manchmal zu Verwechslungen mit dem Beruf der/des medizinischen Fachangestellten (MFA), die als Arzthelfer:innen tatsächlich eine assistierende Funktion haben. Darüber erfährst du mehr in unserem Artikel „So wirst du Medizinische Fachangestellte“.
Tätigkeiten als Medizinisch-technische Assistenz
Als MTA arbeitest du weitgehend selbstständig und trägst eine große Verantwortung. Aus diesem Grund soll die Berufsbezeichnung „Medizinisch-technische Assistenz“ voraussichtlich zum 1. Januar 2023 umbenannt werden. Als neue Berufsbezeichnung für MTA steht die Bezeichnung „Medizinische Technologin bzw. Medizinischer Technologe für Laboratoriumsanalytik, Radiologie, Funktionsdiagnostik oder Veterinärmedizin“ im Raum. In gleichem Atemzug ist geplant, die Ausbildung zu modernisieren. Unter anderem soll mehr Gewicht auf die Praxis gelegt werden.
Das sogenannte MTA-Reformgesetz sieht auch eine Vergütung aller Auszubildenden, die diesen Beruf ergreifen möchten, vor. Ein Schulgeld wird es dann nicht mehr geben.
Der Beruf der MTA ist in vier Bereiche unterteilt:
- Medizinisch-technische Radiologieassistenz (MTRA)
- Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz (MTLA)
- Veterinärmedizinisch-technische Assistenz (VMTA)
- Medizinisch-technische Assistenz für Funktionsdiagnostik (MTAF)
Deine Arbeitsbereiche unterscheiden sich entsprechend deiner Spezialisierung. Für dich heißt das: Du kannst den Bereich wählen, der dich am meisten begeistert und darauf deinen Schwerpunkt legen. Wir beleuchten kurz und knapp, was dich in dem jeweiligen Beruf erwartet.
Medizinisch-technische Radiologieassistenz (MTRA)
Als Medizinisch-technische Radiologieassistenz bedienst du hochkomplexe, medizinische Geräte. Du kümmerst dich unter anderem um die Anfertigung von Röntgenaufnahmen, setzt Verfahren wie CT und MRT ein und führst nuklearmedizinische Untersuchungen durch. Mit dieser Ausbildung arbeitest du vor allem in Kliniken und Arztpraxen für Radiologie.
Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz (MTLA)
Wenn es dich ins Labor zieht, könnte eine Ausbildung zur MTLA die richtige Wahl für dich sein: Zu deinen Tätigkeiten als Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz zählen unterschiedlichste Laboruntersuchungen zur Prävention bzw. Früherkennung und Therapie von Krankheiten. Spätere Arbeitgeber sind für dich neben Krankenhäusern und Arztpraxen auch medizinische Labore und Blutspendedienste.
Veterinärmedizinisch-technische Assistenz (VMTA)
Auch als veterinärmedizinisch-technische Assistenz ist dein Hauptarbeitsfeld das Labor. Allerdings beschäftigst du dich mit tiermedizinischen Laboruntersuchungen oder du analysierst Lebensmittel tierischer Herkunft. Als ausgebildete VMTA bist du in Tierkliniken, Tierarztpraxen für Klein- und Großtiere, aber auch in veterinärmedizinischen Laboren, in Schlachthöfen und Molkereien sowie in Landesuntersuchungsämtern gefragt.
Medizinisch-technische Assistenz für Funktionsdiagnostik (MTAF)
Seit 1993 gibt es die Ausbildung zur MTA im Fachbereich der Funktionsdiagnostik. Du untersuchst Patient:innen mit unterschiedlichen medizinischen Geräten im Bereich der Analyse und Diagnose. Dazu gehören beispielsweise das Messen, Testen und Prüfen des Herz-Kreislauf-Systems, Lungenfunktionstests, die Überprüfung der Hörfähigkeit, des Gleichgewichtssinns und die Messung von Hirnströmen. Beschäftigung findest du nach Abschluss deiner MTA-Ausbildung in Facharztpraxen und Kliniken, aber auch in medizinischen Laboren und Zentren für Diagnostik.Egal, für welche dieser vier Fachrichtungen du dich letztendlich entscheidest: Es handelt sich um einen überaus gesuchten Beruf.
Ausbildung zur Medizinisch-technischen Assistenz
Die Ausbildung zur MTA findet an einer Berufsfachschule statt und dauert drei Jahre in Vollzeit. Der Unterricht setzt sich aus theoretischen Anteilen und Praktika in Kliniken oder Arztpraxen zusammen. Wie viele Stunden an Theorie und Praxis auf dich zukommen, richtet sich nach der Fachrichtung, in der du deine Ausbildung absolvierst.
Staatliche Prüfung
Deine Ausbildung endet mit einer staatlichen Prüfung. Diese besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Für die Zulassung benötigst du folgende Dokumente:
- eine Geburtsurkunde,
- falls du verheiratet bist: die Heiratsurkunde,
- Bescheinigungen über deine regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den Ausbildungsveranstaltungen.
Als „bestanden“ gilt die Prüfung, wenn du in den drei Teilen – schriftlich, mündlich und praktisch – mindestens die Note 4,0 („ausreichend“) erreichst. Hast du bestanden, bekommst du ein Zeugnis und die Urkunde, die dir das Führen der gesetzlich geschützten Berufsbezeichnung „Medizinisch-Technische Assistenz” erlaubt.
Voraussetzungen: Was du für die Ausbildung zur MTA brauchst
Wenn du den Beruf der MTA in einer der vier genannten Fachrichtungen lernen möchtest, brauchst du mindestens einen mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss, mittlere Reife). Du solltest gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Chemie und Physik sowie in Mathematik mitbringen. Auch Freude am Umgang mit Technik ist von Vorteil.
Teilweise führen die Berufsschulen eigene Aufnahmeprüfungen durch, um vorab zu testen, wer als Bewerber:in geeignet ist. Zusätzlich brauchst du in der Regel ein ärztliches Attest, das deine gesundheitliche Eignung bestätigt. In diesem Beruf bist du viel auf den Beinen: Du arbeitest oft im Stehen und solltest gesund und belastbar sein.
Manche Schulen schreiben ein Praktikum vor Beginn der Ausbildung vor, legen ein Mindestalter fest oder erwarten einen Hepatitis-A/B-Impfschutz. Informiere dich am besten bei den für dich infrage kommenden Schulen, welche Voraussetzungen du im Detail erfüllen musst.
MTA-Gehalt während der Ausbildung
Seit Januar 2019 bekommst du als angehende MTA eine Ausbildungsvergütung laut dem „Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes“ (TVAöD) beziehungsweise dem „Tarifvertrag für Auszubildende der Länder in Gesundheitsberufen“ (TVA-L Gesundheit), wenn du deine Ausbildung an einer öffentlichen Einrichtung absolvierst:
- 1. Ausbildungsjahr: 1.018 Euro brutto/Monat
- 2. Ausbildungsjahr: 1.068 Euro brutto/Monat
- 3. Ausbildungsjahr: 1.114 Euro brutto/Monat
Sollte es sich um eine private Ausbildungseinrichtung handeln, wird vermutlich ein Schulgeld erhoben. Erkundige dich vorab, ob du eine monatliche Gebühr oder eine Semestergebühr entrichten musst. Auch ob für die Aufnahme, die Prüfungen, für Unterrichtsmaterialien und die technische Ausstattung weitere Kosten anfallen, solltest du vorab klären.
Weiterbildung: Deine Karrierechancen nach der MTA-Ausbildung
Als MTA mit der Spezialisierung in einem der vier Fachbereiche stehen dir umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten offen.
Medizinisch-technische Radiologieassistenz (MTRA)
Nach deiner Ausbildung zur MTRA kannst du dich weiterqualifizieren:
- Fachweiterbildungen Radiologietechnologie,
- Fachweiterbildung Gesundheitsbetriebswirtschaft (Leitung),
- Studium Medizinische Radiologietechnologie,
- Studium der Medizinökonomie, der Medizinwirtschaft oder der Gesundheitsökonomie
Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz (MTLA)
Als MTLA hast du folgende Möglichkeiten, dich weiterzuentwickeln:
- Weiterbildung zur/zum Biomedizinische:n Fachanalytiker:in,
- Fortbildung zur/zum Techniker:in der Fachrichtung Medizintechnik,
- Weiterbildung zur/zum Betriebs- oder Fachwirt:in im Gesundheitswesen,
- Studium der Medizin oder der technischen Physik
Veterinärmedizinisch-technische Assistenz (VMTA)
Wenn du dich für den Bereich der VMTA entscheidest, kannst du dich unter anderem für diese Weiterbildungen entscheiden:
- Biomedizinische:r Fachanalytiker:in,
- Studium der Veterinärmedizin, der Chemie oder Biologie
Medizinisch-technische Assistenz für Funktionsdiagnostik (MTAF)
Für MTAF gibt es zum Beispiel folgende Fachweiterbildungen und Entwicklungsmöglichkeiten:
- Fachweiterbildung Gesundheitsbetriebswirtschaft (Leitung),
- Qualitätsmanagement,
- Qualitätsauditing,
- Risiko- und Arbeitsschutzmanagement,
- Fachweiterbildung Mentoring & Praxisanleitung,
- Fachweiterbildung Exzellenz- und Systemmanagement
Du siehst, die Möglichkeiten als MTA sind vielfältig. Falls du bereits staatliche geprüfte MTA bist und nach einem neuen Job suchst, schau dich bei MEDWING um! Wir veröffentlichen immer wieder attraktive Stellenangebote.


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