Wichtige medizinische Entdeckungen – Teil 1

MEDWING
August 20, 2024

Die wichtigsten medizinischen Entdeckungen der letzten Jahrhunderte, die unsere heutige Medizin prägen.

Themen auf dieser Seite

    Was zunächstst aussah wie ein hypothetisches Szenario, ist mittlerweile hoch aktuell – der Coronavirus breitet sich international aus. Über 3.000 Menschen sind bereits an COVID-19 gestorben, über 40.000 sind derzeit infiziert (Stand: 08. März 2020). Und die Zahlen steigen rasant an. Von Tag zu Tag, rund um den Globus. Weltweit wird nach Lösungen gesucht – der Wirkstoff Remdesivir scheint vielversprechend, nach einem Impfstoff wird momentan noch gesucht.

    In der Vergangenheit allerdings, konnten bereits viele Leiden und Krankheiten mittels neuer Entdeckungen und durch so einige Visionäre eingedämmt werden. Wir stellen also heute vor: die wichtigsten medizinischen Entdeckungen der letzten Jahrhunderte, die maßgeblich unsere heutige Medizin und Praktik prägen.

    Die Vollnarkose

    Wir kennen solchen Szenen nur noch aus Filmen: Ein Mann ist schwer verletzt und muss operiert werden. Zur Schmerzlinderung gibt es einen Schluck Rum und ein Stück Holz, auf das gebissen wird. Was für uns einen guten Actionfilm ausmacht, gab es vor nicht allzu langer Zeit tatsächlich.

    Der US-amerikanische Zahnarzt H.Wells hat 1844 erstmals eine interessante Entdeckung gemacht: bei der Vorstellung einer Wanderbühne atmen Freiwillige Lachgas ein und Wells fällt auf, dass ein Mann sich verletzt hatte, dabei allerdings keinen Schmerz verspürte. Daraufhin wandte er das Gas bei sich an. Er zog sich einen Zahn. Was bei ihm ohne Schmerzen gelang, missglückte allerdings bei einer späteren Präsentation seiner Entdeckung: Wells wurde für seine Idee der schmerzfreien Zahnbehandlung ausgelacht und verhöhnt, bis er sich schließlich 1848 das Leben nahm.

    Sein ehemaliger Mitarbeiter W. Morton aber führte bereits zwei Jahre nach Wells Auftritt im General Hospital in Boston, im Jahr 1846, die erste klinische Narkose mit Äther durch. 1847 führte dann J.Simpson Chloroform als Narkosemittel ein. Nur wenige Jahre später, wurde überall auf der Welt bereits schmerzfrei operiert. Was zusätzlich zum Vorteil hatte: unter Einsatz von Narkosemitteln lagen endlich die Patienten still. So konnten auch deutlich schwierigere Eingriffe komplikationslos durchgeführt werden.

    Das Wissen über die DNS-Struktur

    Die menschliche DNA (Deoxyribonucleic acid) oder auf deutsch DNS (Desoxyribonukleinsäure) bietet die Grundlage für die heutige Genforschung. Und das verdanken wir unter anderem dem Molekularbiologen James Watson, der bereits im Alter von 15 Jahren ein Zoologie-Studium begann. Im Laufe seines Werdegangs lernte er den Biophysiker Maurice Wilkins und den Physiker Francis Crick kennen. Crick und Watson entwarfen verschiedene Modelle der DNS-Struktur und griffen dabei auf die Daten von Maurice Wilkins und dessen Kollegin Rosalind Franklin zurück. Franklin allerdings, wurde nie von Watson öffentlich erwähnt und als einzige der vier Köpfe nicht mit einem Nobelpreis ausgezeichnet und für ihre Arbeit gewürdigt.Heute gilt der 25.April als Welt-DNA-Tag. Denn an diesem Tag im Jahr 1953 veröffentlichten Watson, Crick, Wilkins und Franklin ihre Theorie zur Struktur der DNS.

    Die Erfindung des Penicillin

    Als Alexander Fleming nach seinem Sommerurlaub in sein Labor zurückkehrt, stellt er fest, dass die Bakterienkultur (Staphylococcus aureus) mit der er vor seine Abreise experimentierte, durch eine kleine Menge eines grünen Schimmelpilzes zerstört wurde. Es gelang ihm diese bakterientötende Substanz aus dem Schimmelpilz zu extrahieren. Ein Durchbruch in der Medizin, der allerdings erst nach dem 2. Weltkrieg wirklich zum Tragen kam.

    Bei Tierversuchen stellte man fest, dass sogar aggressive und normalerweise lebensgefährliche Bakterien durch den Wirkstoff bekämpft werden konnten. Verwundete Soldaten, denen man früher noch ihre Gliedmaße amputiert hätte oder die an Wundbrand gestorben wären, überlebten dank Penicillin. Seither galt Flemings Entdeckung in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts als Wunderheilmittel, das fortan sogar Krankheiten wie eine bakterielle Lungenentzündung oder Syphilis zu heilen vermochte.

    In den Nachkriegsjahren wurde der Wirkstoff in Europa auch als Schmuggelware eingesetzt, das sogar häufig bis zu einem lebensgefährlichen Maß gestreckt wurde. Wer darüber mehr erfahren möchte - der Film “Der Dritte Mann” behandelt den Schwarzmarkt mit gestohlenem Penicillin.

    Allerdings birgt das Medikament auch Schattenseiten, vor denen Fleming selbst bereits 1945, als er den Nobelpreis erhielt, warnte: “Wenn wir dieses Mittel nicht verantwortungsvoll einsetzen, werden wir es wieder verlieren”. So wird heutzutage Penicillin nicht allein für die Heilung von Krankheiten des Menschen eingesetzt, sondern auch sehr stark in der Massentierhaltung gestreut. Das hat zur Folge, dass immer mehr Erreger gegen eine Immunität entwickeln und Penicilin langfristig von einem noch stärkeren Medikament abgelöst werden muss.

    Die Dialyse

    Das akute und chronische Nierenversagen konnte bereits im alten Rom dokumentiert und so überliefert werden. Im späteren Mittelalter versuchte man diese Erkrankung, die unbehandelt sehr schnell zum Tod führen konnte, mit heißen Bädern, Schwitzkuren, Aderlässen und Einläufen zu behandeln.

    Der Begründer der heutigen Dialyse ist der schottische Chemiker Thomas Graham. Er setzte die Technik der Osmose und Diffusion erst nur in seinem Fachbereich ein, wies dabei allerdings auf weitere Anwendungsmöglichkeiten und Einsatzfelder dieser Methode hin - darunter in der Medizin. Was Graham nämlich entdeckte, war eine Technik zur Trennung von gelösten Stoffen.

    Die erste Beschreibung eines solchen Vorgangs bei der Blutreinigung stammt aus dem Jahr 1913, in dem Abel, Rowntree und Turner narkotisierte Tiere zu “dialysieren” versuchten. Die erste Behandlung bei Menschen nahm der Gießener Arzt Georg Haas im Sommer 1924 vor. In den darauf folgenden Jahren behandelte er sechs weitere Patienten – von denen jedoch niemand überlebte. Was allerdings auch an dem bereits kritischen Zustand der Patienten lag.Die erste erfolgreiche Dialysebehandlung gelang dann dem Niederländer Willem Kolff im Jahr 1945.

    Vanessa Winkler

    Das könnte Dich auch interessieren:

    Alle Artikel ansehen