Physician Assistant: Studium und Gehalt als Arztassistent:in

Friederike Bloch
August 20, 2024

Lies hier, wie das Studium zum Physician Assistant abläuft und wie viel du als Arztassistent:in verdienen kannst.

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    Der Gesundheitsfachberuf des Arztassistenten ist in Deutschland noch recht neu. In diesem Artikel erfährst du, für wen sich der Beruf eignet, wie du Physician Assistant wirst und mit welchem Gehalt du rechnen kannst.

    International werden Arztassistent:innen als Physician Assistants bezeichnet. Sie entlasten sowohl Ärzt:innen als auch das Pflegepersonal bei ihrer Arbeit. In den USA, Großbritannien oder den Niederlanden übernehmen Arztassistent:innen schon lange Aufgaben der medizinischen Versorgung. Der erste Studiengang zum Physician Assistant wurde in Deutschland 2005 eröffnet. Wenn du in einem Pflege- bzw. Gesundheitsfachberuf arbeitest und dich weiterbilden möchtest, könnte dieses Studium möglicherweise der nächste Karriereschritt für dich sein. Auch wenn du eine medizinische Tätigkeit suchst, jedoch nicht die volle Verantwortung eines Arztes übernehmen möchtest oder keine Zulassung für ein Medizinstudium erhältst, könnte eine Tätigkeit als Arztassistent:in für dich infrage kommen.

    Beruf Physician Assistant – das sind deine Aufgaben

    Als Physician Assistant bist du die rechte Hand des Arztes oder der Ärztin. Einige medizinische Tätigkeiten sind delegierbar und können von medizinischem Personal übernommen werden. Hier kommt der Arztassistent bzw. die Arztassistentin ins Spiel. Verwechsle diesen Beruf aber nicht mit dem des Assistenzarztes. Auch wenn die Aufgaben teilweise die gleichen sind, liegt der große Unterschied darin, dass Arztassistent:innen immer auf Anweisung des Arztes und nie eigenverantwortlich handeln. Der Arzt trägt die medizinische Verantwortung und Aufsicht. Laut Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung haben Arztassistent:innen drei Hauptaufgabenbereiche: allgemeines Prozessmanagement, ärztliches Prozess- und Dokumentarmanagement und delegierbare patientenbezogene Tätigkeiten.

    Zu deinen Tätigkeiten als Physician Assistant zählen:

    • Blutabnahmen
    • Wundversorgung
    • Aufnahme von Patient:innen
    • Visiten
    • Dokumentation
    • Unterstützung bei Anamnese, Therapie und Diagnostik
    • Verfassen von Arztbriefen
    • Kommunikationstätigkeiten, z. B. Patientengespräche
    • Überwachung des Behandlungsplanes
    • vorbereitende Tätigkeiten
    • Operationsassistenz
    • Mitwirkung bei Notfallbehandlungen


    Arztassistent im Büro



    Studium – so wirst du Arztassistent:in

    Beachte: Das Medizinstudium und das Physician Assistance-Studium sind zwei unterschiedliche Dinge. Es kommen zwar teilweise die gleichen Inhalte vor. Doch das Studium ist mit sechs bis acht Semestern wesentlich kürzer als das Medizinstudium und vermittelt nur medizinisches Basiswissen. Eine einheitliche Regelung der Ausbildung gibt es in Deutschland noch nicht.Die meisten Gesundheitsfachkräfte absolvieren die Ausbildung als berufsbegleitendes Studium, um sich weiterzubilden. Es gibt aber auch duale Angebote oder Vollzeitstudiengänge. Der Abschluss ist der Bachelor of Science. In einigen Fällen ist ein Masterstudium möglich.

    Voraussetzungen für das Physician Assistance-Studium

    Um Arztassistent:in werden zu können, musst du eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf und zumeist mindestens zwei Jahre Berufserfahrung vorweisen. Weiterhin benötigst du die Hochschul- bzw. Fachhochschulreife, um das Studium zu beginnen. Wenn du dual studieren möchtest, musst du vorab mit einem Partnerunternehmen der Hochschule einen Arbeitsvertrag schließen.

    Besonders für Krankenpfleger:innen ist diese Weiterbildung geeignet, um sich neue Aufgabenfelder im Krankenhaus zu erschließen. Aber auch als Altenpfleger:in oder Fachkraft eines anderen Gesundheitsberufes hast du die Möglichkeit, dieses Studium zu absolvieren. Von Vorteil ist es hier, wenn du die neue generalistische Pflegeausbildung abgeschlossen hast, durch die du bereits Einblicke in Gebiete der Krankenpflege gewinnen konntest.

    Inhalte und Ablauf des Arztassistent-Studiums

    Das Arztassistent-Studium vermittelt Grundwissen aus der Medizin und aus naturwissenschaftlichen Bereichen wie Biologie, Chemie oder Physik. Außerdem lernst du die Strukturen und Arbeitsabläufe in Kliniken kennen sowie die Aufgaben, die dich als Physician Assistant erwarten.

    Beispiele deiner Studienthemen:

    • Anatomie
    • Innere Medizin
    • Chirurgie
    • Notfallmedizin
    • Diagnostik, Prävention und Rehabilitation
    • Dokumentation und Qualitätsmanagement
    • Krankenhausmanagement
    • Basiswissen in BWL, Medizinrecht oder Projektmanagement
    • Wissenschaftliches Arbeiten
    • das deutsche Gesundheitssystem

    Dein Wissen musst du in verschiedenen Klausuren, Prüfungen und schließlich deiner Abschlussarbeit beweisen. Zudem hast du schon während des Studiums praktische Einsätze im OP, in der Notaufnahme oder in Arztpraxen. Ob sich diese auf ein Praxissemester beschränken oder sich theoretische und praktische Phasen abwechseln, hängt von der Hochschule und deinem Studienmodell ab.Je nach Studium hast du am Ende verschiedene Optionen, dich zu spezialisieren, zum Beispiel auf die Chirurgie, den Einsatz im OP oder in der Notaufnahme oder im administrativen Bereich.

    Wo kann man Arztassistent:in studieren?

    Da der Beruf in Deutschland noch nicht so weit verbreitet ist, sind die Ausbildungsmöglichkeiten für Arztassistent:innen nicht so umfangreich wie bei anderen Gesundheitsberufen. Dennoch gibt es einige Hochschulen und Akademien, die das Physician-Assistance-Studium anbieten – darunter dieHochschule Anhalt, die Duale Hochschule Baden-Württemberg und die Hochschule Neu-Ulm.



    Für die Auswahl der richtigen Hochschule sollte für dich nicht nur ihr Standort eine Rolle spielen, sondern auch, wie das Studium aufgebaut ist. Also zum Beispiel, ob es sich um ein berufsbegleitendes oder duales Studium handelt und welche Inhalte genau vermittelt werden. So findest du die Institution, die am besten zu deiner persönlichen und beruflichen Situation sowie deinen Karrierezielen passt.

    Gehalt – das verdienen Arztassistent:innen

    Laut „Gehalt.de“ verdienen die meisten Arztassistent:innen zwischen knapp 3.000 und 3.800 Euro im Monat. Vergleicht man die einzelnen Bundesländer, hast du in Hessen und Baden-Württemberg mit Durchschnittsgehältern von 3.464 und 3.292 Euro die besten Verdienstaussichten als Arztassistent:in. Auch in Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen hast du gute Chancen auf ein Gehalt über 3.000 Euro. In östlichen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg liegt das Durchschnittsgehalt laut „Gehalt.de“ dagegen unter 2.500 Euro. Für die Hauptstadt Berlin ist ein durchschnittlicher Monatsverdienst von 2.866 Euro angeben. Allerdings sind diese Zahlen nur Richtwerte. Die Seite „Gehaltsvergleich.com“ gibt beispielsweise wesentliche höhere Durchschnittseinkommen an.



    Absolvierst du ein duales Studium, erhältst du während der Ausbildung ein Gehalt von deinem Betrieb. Dies liegt meist zwischen 700 und 800 Euro im Monat. Die Unternehmen übernehmen meist anfallende Studiengebühren. Wenn du berufsbegleitend studierst, verdienst du weiter dein normales Einkommen. Vielleicht musst du aber mit deinen Arbeitsstunden runtergehen, um die doppelte Herausforderung von Studium und Job bewältigen zu können. Auf jeden Fall solltest du die Chance nutzen, deinen Arbeitgeber um Unterstützung zu bitten. Deine neu erworbenen Fachkenntnisse könnten schließlich auch für deine Einrichtung von Vorteil sein.

    Als Berufseinsteigerin kannst du nach dem Studium meist mit einem Gehalt zwischen 2.500 und 3.200 Euro rechnen. Dein Einkommen als Arztassistent:in hängt unter anderem davon ab, ob du nach Tarif bzw. nach den Arbeitsvertragsrichtlinien kirchlicher Einrichtungen bezahlt wirst. Gilt in deiner Einrichtung beispielsweise der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, wirst du je nach vorheriger Qualifizierung und Berufserfahrung zwischen der Gehaltsstufe 9b und 12 eingestuft. Dann ist schon beim Berufseinstieg ein Gehalt bis über 3.700 Euro möglich.

    Vor allem bei privaten Kliniken spielt die Größe der Einrichtung eine große Rolle bei deinen Gehaltsaussichten. In größeren Häusern verdient man meist besser. Nutze dort auch den Verhandlungsspielraum, den du hast.

    Das Physician Assistant-Einkommen verglichen mit anderen Gesundheitsberufen

    Vergleicht man die Median-Gehälter aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, liegt der Physician Assistant mit 4.199 Euro brutto im Monat noch über der Fachkraft für Intensivpflege und Anästhesie und damit auch weit über Kranken- und Altenpfleger:innen. Hast du vorher in diesen Bereichen gearbeitet, wirst du nach dem Studienabschluss also zumeist teils erheblich mehr verdienen. Bildest du dich dann noch weiter, zum Beispiel indem du deinen Master machst, kannst du anschließend eine noch bessere Bezahlung verhandeln.

    Gute Berufsaussichten für Physician Assistants

    Obwohl das Berufsbild Physician Assistant in Deutschland noch nicht vollständig etabliert ist, finden Arztassistent:innen schon jetzt Arbeit in Kliniken und Krankenhäusern, medizinischen Versorgungseinrichtungen oder Arztpraxen. Es ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach Fachkräften mit dieser Qualifizierung steigen wird. Sie sind in der Lage, die Lücken zu füllen, die durch den Mangel an ärztlichem und pflegerischem Personal entstehen. Aufgrund dieser Entwicklung und weiteren demografischen Faktoren, ist eine Umstrukturierung des Gesundheitswesen mit neuen, modernen Berufsbildern wie dem des Arztassistenten notwendig.

    Es gibt viele Gründe, warum die vielfältige Tätigkeit als Arztassistent:in für dich interessant sein könnte. Es kommt sowohl als leichter zugängliche Alternative für ein Medizinstudium infrage als auch als lukrative Aufstiegsmöglichkeit für Pflegekräfte. Wenn du dich für dieses Studium entscheidest, wirst du zu den ersten gehören, die von neuen, interessanten Perspektiven profitieren.

    Friederike Bloch

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