
Du überlegst, einen Röntgenschein zu machen? Wir verraten dir, welche Voraussetzungen es dazu braucht und welche Vorteile diese Berechtigung bringt.
Ein Röntgenschein öffnet dir Türen für neue Tätigkeitsbereiche. Vielleicht erfüllst du bereits die Voraussetzungen für diese Qualifizierung durch einen Strahlenschutzkurs und weißt es noch gar nicht. Denn neben Medizinischen Fachangestellten und Medizinisch-technischen Radiologieassistent:innen (MTRA) können auch andere pflegerische oder medizinische Fachkräfte Röntgenscheine erwerben.
Hier erfährst du:
- Was ein Röntgenschein ist und wie du ihn erwirbst
- Welche Gesundheitsberufe die Voraussetzungen für einen Strahlenschutzkurs erfüllen
- Wo du mit Strahlenschutzkenntnissen arbeiten kannst
- Warum du mit einem Röntgenschein ausgesprochen gefragt bist
Röntgenschein – wozu du ihn brauchst und wie du ihn bekommst
Ein Röntgenschein berechtigt dich zur Durchführung bestimmter radiologischer Untersuchungen, denn dazu musst du entsprechende Fachkenntnisse vorweisen. Sofern du kein Medizinisch-technischer Radiologieassistent bist, erstellst du die Röntgenaufnahmen jedoch immer unter Aufsicht einer Ärztin bzw. eines Arztes mit Fachkunde. Eigenverantwortlich dürfen nur MTRA röntgen.
Alle Infos zum Strahlenschutzkurs
Um das entsprechende Zertifikat bzw. den Röntgenschein zu erhalten, absolvierst du einen Strahlenschutzkurs. Dieser besteht aus 90 Unterrichtseinheiten, zu denen Theoriestunden und Praxisübungen gehören. Der Kurs endet mit einer praktischen und einer schriftlichen Prüfung.
Dies sind u. a. die Inhalte:
- Wirkungen, Erzeugung und Eigenschaften von Röntgenstrahlen
- Röntgentechnik
- Herstellung von Röntgenbildern
- Gesetzliche Grundlagen und Strahlenschutz
- (Röntgen-)Anatomie
- Dokumentation und Qualitätssicherung
Je nach Anbieter – zum Beispiel TÜV Nord/Süd, GQmed oder Focustom Pro Medicus – kostet der Strahlenschutzkurs zwischen rund 650 und 1.488 Euro. Befindest du dich noch in der Ausbildung, kannst du den Röntgenschein oft auch schon währenddessen absolvieren. Nach fünf Jahren musst du deine Kenntnisse auffrischen.
Diese Gesundheitsberufe erfüllen die Voraussetzungen für einen Strahlenschutzkurs
Nicht nur MTRA und Medizinische Fachangestellte erwerben einen Röntgenschein bzw. sind dazu berechtigt. Wenn du einen der folgenden Berufe erlernt hast, erfüllst du ebenfalls automatisch die Voraussetzungen, an einem Strahlenschutzkurs teilzunehmen:
- Altenpfleger:in
- Anästhesietechnische Assistenz (ATA)
- Chirurgisch-technische Assistenz (CTA)
- Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:in
- Gesundheits- und Krankenpfleger:in
- Hebamme/Entbindungspfleger:in
- Masseur:in
- Medizinisch-technische Assistenz für Funktionsdiagnostik (MTAF)
- Medizinisch-technische Assistenz für Veterinärmedizin (MTAV)
- Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz (MTLA)
- Notfallsanitäter:in
- Operationstechische Assistenz (OTA)
- Orthoptist:in (Schielbehandlung)
- Physiotherapeut:in
- Podolog:in
- Tiermedizinische:r Fachangestellte:r
- Zahnmedizinische:r Fachangestellte:r
- Zytologie Assistenz
Hier kannst du mit Strahlenschutzkenntnissen arbeiten
Mit einem Röntgenschein hast du die Voraussetzungen, überall dort zu arbeiten, wo Röntgengeräte eingesetzt werden. Dies können Praxen sein, die auf Radiologie spezialisiert sind, die Röntgenabteilungen von Krankenhäusern oder Röntgeninstitute. Auch Zahnarztpraxen, die Röntgenaufnahmen machen, suchen in ihren Stellenangeboten oft Zahnmedizinische Fachangestellte mit Strahlenschutzkenntnissen.
Beste Voraussetzungen zur beruflichen Weiterentwicklung mit Röntgenschein
Deutschlandweit suchen Radiologieabteilungen und -Praxen händeringend nach MTRA bzw. MTA, denn in diesen Berufsfeldern besteht ein gravierender Fachkräftemangel. Eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts brachte 2019 ans Licht, dass knapp die Hälfte der Kliniken Schwierigkeiten hatte, Radiologieassistent:innen zu finden. Über 800 freie MTRA-Stellen waren 2019 unbesetzt.
Wie in der gesamten Pflege- und Gesundheitsbranche gilt es hier, attraktivere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, um zu verhindern, dass sich der Personalmangel verschärft. Dazu gehören u. a. Teilzeitmodelle, umfassendere Weiterbildungsmöglichkeiten und Qualifizierungen, die beispielsweise der zunehmenden Digitalisierung gerecht werden.
Doch dahin ist es ein langer Weg und so sind in Röntgenpraxen und -abteilungen schon lange auch medizinische Fachangestellte oder Angehörige anderer Gesundheitsberufe willkommen, die entsprechende Fachkenntnisse im Strahlenschutz vorweisen können.
Ein Röntgenschein eröffnet dir also neue Berufschancen, wenn du zum Beispiel von der Krankenpflege in den Praxisbetrieb wechseln möchtest oder vom OP-Saal in den Röntgenraum. Mögliche Vorteile sind verlässlichere Arbeitszeiten, ein Arbeitsplatz ohne Schichtdienst und je nach Arbeitsstelle eine bessere Bezahlung.
Viele Gesundheitsberufe bringen die Voraussetzungen für einen Röntgenschein mit sich und Bewerber, die einen Strahlenschutzkurs absolviert haben, sind allgemein gerne gesehen. Mit Kenntnissen im Strahlenschutz hast du die Möglichkeit, dich beruflich weiterzuentwickeln, neue Arbeitsorte kennenzulernen und dein Gehalt zu verbessern.
Friederike Bloch


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