Unter dem Motto „Gesundheit für alle” feiert die Weltgesundheitsorganisation WHO am 7. April ihr 75-jähriges Bestehen und den Weltgesundheitstag. Wir verraten, welche Aufgaben die WHO weltweit hat und wie sie auch die Pflegebranche und die dort Arbeitenden unterstützt.
Als WHO wird die Sonderorganisation der Vereinten Nationen für die öffentliche Gesundheit mit Hauptsitz in Genf bezeichnet. Die Bezeichnung WHO leitet sich von der englischen Bezeichnung World Health Organization ab. Sie wurde am 7. April 1948 mit der Intention gegründet, Krankheiten, insbesondere Infektionskrankheiten, zu bekämpfen und das bestmögliche Gesundheitsniveau bei allen Menschen zu verwirklichen. Inzwischen zählt die WHO bereits 194 Mitgliedstaaten.
Weltgesundheitstag und Aufgaben der WHO
Seit Gründung macht die WHO zum Weltgesundheitstag am 7. April jährlich auf Gesundheitsthemen von globaler Relevanz aufmerksam. Die WHO hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, in gesundheitsbezogenen Bereichen Standards, Leitlinien und Methoden zu entwickeln, diese zu vereinheitlichen und weltweit durchzusetzen.
Als wichtigste Handlungsfelder der WHO gelten:
- Aktivitäten beim Kampf gegen übertragbare Krankheiten wie HIV/AIDS, Tuberkulose, Hepatitis und Grippe weltweit zu koordinieren.
- Globale Impfprogramme und Programme gegen gesundheitliche Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht zu initiieren.
- Regelmäßig weltweite Gesundheits- und Krankheitsdaten zu erheben und zu analysieren.
- Entwicklungsländer beim Aufbau von wirksamen und kostengünstigen Gesundheitssystemen zu unterstützen.
Eine wichtige Rolle spielte die WHO im Rahmen der Corona-Pandemie. Sie klärte unter anderem über Symptome und Infektionswege des Coronavirus auf und gab Tipps, wie man sich am besten schützt. Zudem sammelte sie Zahlen und Fakten zum Virus, wertete diese aus und war für die Verhängung von Pandemie-Warnstufen verantwortlich.
75 Jahre WHO: Gesundheitsministerium betont zentrale Rolle der Weltgesundheitsorganisation
Bei ihren Projekten wird die Weltgesundheitsorganisation durch die Mitgliedstaaten und privat gegründete Stiftungen finanziell unterstützt. Deutschland ist bereits seit dem Gründungsjahr Mitgliedstaat in der WHO und stellt ihr 2023 mit Mitteln des Bundesgesundheitsministeriums 130 Millionen Euro zur Verfügung.
Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Weltgesundheitsorganisation bekräftigte Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit die Unterstützung Deutschlands für die WHO. Um besser auf künftige Gesundheitsrisiken oder Pandemien vorbereitet zu sein und schneller handeln zu können, müsse die internationale Abstimmung und Zusammenarbeit verbessert werden, weshalb der WHO eine zentrale Rolle zukäme.

Weltgesundheitsorganisation: Bedeutung für die Pflege
Auch für das Pflegewesen ist die Weltgesundheitsorganisation von großer Bedeutung. Laut WHO ist es der gesellschaftliche Auftrag der Pflege, dem einzelnen Menschen, der Familie und ganzen Gruppen dabei zu helfen, ihr physisches, psychisches und soziales Potential zu bestimmen und zu verwirklichen. Und zwar in dem für die Arbeit anspruchsvollen Kontext ihrer Lebens- und Arbeitsumwelt.
2020 rief die WHO das Jahr als „Internationales Jahr der Pflegenden und Hebammen“ aus, um Einsatz und Leistung der Arbeitnehmer:innen in Pflegeberufen zu würdigen sowie das Ansehen und Aufgabenprofil der professionellen Pflege weltweit zu stärken und zu fördern. Das Aktionsjahr fiel auf den 200. Geburtstag der Pionierin der beruflichen Krankenpflege, Florence Nightingale.
Passend dazu veröffentlichte die WHO einen fachlichen Leitfaden, der zwölf Zielsetzungen beschreibt, wie das Pflege- und Hebammenwesen in Einklang mit den Zielen von „Gesundheit 2020“ gebracht werden kann. Dabei handelt es sich um ein gesundheitspolitisches Rahmenkonzept für die Länder der Europäischen Region, das sich auf die Verbesserung der Gesundheit für alle konzentriert.
Dieses Rahmenkonzept schreibt Pflegefachpersonen und Hebammen eine zentrale und immer wichtiger werdende Rolle bei den Bemühungen der Gesellschaft zu, die aktuellen Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu bewältigen und auch in Zukunft eine optimale Versorgungskontinuität zu gewährleisten.
Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Internationale Jahr der Pflegenden und Hebammen bis ins Jahr 2021 verlängert. Nicht nur, um den Einsatz aller Beschäftigten im Gesundheitswesen während der Pandemie zu würdigen, sondern auch, weil wegen Covid-19 im Jahr 2020 zahlreiche geplante Veranstaltungen und Feierlichkeiten ausfielen. Die Verlängerung sollte die Gelegenheit bieten, diese nachzuholen.
Nähere Infos zum geplanten Programm und Kampagnen am 7. April findest du auf der Jubiläumsseite der WHO.
Katharina Klein


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