Wenn unser Pflegealltag wieder einmal ermüdend zu Ende geht oder hektisch beginnt, ist Yoga eine großartige Lösung Erschöpfung und Stress entgegen zu wirken. In unserem ersten Artikel haben wir bereits über Vinyasa, Hatha oder Kundalini geschrieben, heute kommen weitere Yoga-Stile hinzu.
Bikram Yoga
Bikram Choudhury gründete den Bikram-Yogastil etwa im Alter von 20 Jahren zusammen mit seinem Lehrer und Mentor Bishnu Ghosh. Nach einer schweren Knieverletzung beim Gewichtheben, ließen ihn europäische Ärzte mit der Aussage leben, er könne nie wieder laufen. Daraufhin entwickelte er gemeinsam mit Lehrer Ghosh den Bikram-Stil mit einer Abfolge von 24 Asanas und zwei Atemübungen, auch Pranayamas genannt, der bei 40°C Raumtemperatur praktiziert wird. Aufgrund der gesteigerten Temperatur und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 Prozent bringt diese Yogalehre selbst die Ellenbogen oder ein Schienbein ins Schwitzen. Der Grund für 40 Grad – hohe Temperaturen schützen laut Choudhury vor Verletzungen.
Für alle geeignet, die auch beim Yoga viel an Einsatz erwarten und die es gerne heiß haben.
Yin Yoga
Ursprünglich stammt Yin Yoga aus dem Daoismus, Chinas eigener Religion. Mönche übten Yoga aus, um ein höheres Verständnis für die Welt zu entwickeln. Den daiostischen Lehren der Gegensätze wurde dabei eine zentrale Rolle zugespielt: Wie bei Yin und Yang, ging es in der Praktik des Yogas um sich entgegengesetzte Elemente, die doch in einer Verbindung zueinander stehen.Grilley wiederum, formte aus dem ehemaligen, religiös und philosophisch bestimmten daoistischen Yoga einen neuen, ruhigen wie passiven Stil: das Yin Yoga. Gegensätze sind hier weiterhin ein Thema, wie der Körper im Gegensatz zum Geist. So legen Praktizierende besonderen Wert auf eine einseitig äußerst langsame Bearbeitung des Yin-Gewebes – dazu zählen die Gelenke, das Bindegewebe, Bänder, Sehnen sowie Knochen und Knorpel. Andererseits zielt Yin Yoga auf die eigene Gedankenwelt ab, auf die Psyche selbst. Einzelne Asanas werden für 3-7 Minuten gehalten. Ein weiterer Gegensatz thematisiert den Stil an sich: gegenüber den meisten modernen Yoga-Praktiken, die auf eine aktive Bewegung abzielen, zeichnet sich Yin Yoga durch das Passive aus.
Für alle geeignet, die gern entspannen möchten und sich beim Yoga wünschen, zu Sitzen und zu Liegen.
Iyengar Yoga
Ähnlich, wie beim Yin Yoga, werden beim Iyengar Yoga einzelne Asanas relativ lange gehalten. Konzentriert wird sich dabei hauptsächlich auf die Ausrichtung des Körpers. Übergänge erfolgen dynamisch und zügig. Basierend auf den Lehren des Yogis B.K.S. Iyengar, stehen auch hier wieder Atmung und Geist im Vordergrund. Der Körper sollte perfekt ausgerichtet werden, die Atmung bewusst verlaufen. Umso häufiger Iyengar angewandt wird, desto stärker sollte sich die eigene Körperhaltung und Balance verbessern. Iyengar Yoga verspricht darüber hinaus Konzentration und gleichzeitig Entspannung – Fähigkeiten, die besonders in der Pflegebranche notwendig sind.
Für alle geeignet, die zukünftig konzentrierter arbeiten wollen und gleichzeitig dabei entspannter sind.
Aerial Yoga
Aerial verbindet Pilates-, Ballett- und Gymnastikübungen, die freischwebend in einem speziellen Trapeztuch ausgeführt werden. Als moderne Form des Yogas finden die Asanas hier kopfüber statt. Durch die Bänder soll Aerial Yoga besonders gelenkschonend sein, fördert die Flexibilität, die Kraft und führt zu Entspannung. Auch für Anfänger geeignet, können nach wenigen Stunden bereits komplexe Asanas erlernt werden. Ein netter Nebeneffekt: die Beanspruchung der Rumpfmuskulatur fördert einen flachen und muskulösen Bauch. Zudem werden Verspannungen im Nacken, in den Schultern und Rücken gelöst – Wirbelsäule und Gelenke werden entlastet.
Für alle geeignet, die gerne auch mal in der Luft hängen und nach einer etwas anderen Art des Yoga suchen.
Acro Yoga
Jenny Sauer-Klein und Jason Nemer entwickelten 2003 gemeinsam eine sehr moderne Form des Yogas: den Acro-Stil, bei dem zwei Personen zusammen verschiedene Asanas ausüben. Bekannt ist vor allem eine ganz bestimmte Position: einer liegt mit dem Rücken auf dem Boden und streckt seine Füße hoch, auf denen das Gegenüber balanciert. Es ist die bekannte “Flieger”-Position. Die Namensgebung entspricht hier dem Stil – aus Akrobatik und Yoga wird Acro Yoga. Grundsätzlich kombiniert Acro Yoga verschiedene Elemente: Solar Akrobatik (was sich auf Freude, Kraft und Vertrauen bezieht), Lunar Healing (dabei geht es um das Loslassen und Zuhören) und Yoga Praxis (hier wird der Fokus auf die Bewusstseinserweiterung, auf Atemtechniken und Spiritualität gelegt). Weil Acro Yoga noch sehr jung ist, praktizieren aktuell relativ wenige Lehrer diesen Stil. Ein Tipp: Auf Facebook und MeetUp finden sich Praktizierende in Gruppen zusammen.
Für alle geeignet, die gern auch mal zu zweit Yoga ausprobieren möchten.
Moritz Waldner


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