Altenpfleger-Gehalt: Das verdienst du in der Altenpflege

Altenpfleger Gehalt 2019 - das verdienst du in der Altenpflege

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13. September 2019

Bestimmt hast du dir schon viele Gedanken über den Beruf Altenpflegerin oder Altenpfleger gemacht und weißt, dass du in diesem Beruf eine hohe Verantwortung für andere Menschen trägst. Wird das Gehalt der großen Verantwortung, die Altenpflegerinnen und Altenpfleger täglich tragen, gerecht?

Als Altenpflegerin oder Altenpfleger bist du viel mehr als eine Betreuungsperson für alte Menschen. Du übernimmst die medizinische Pflege der Seniorinnen und Senioren, hörst ihnen zu und unterstützt sie in ihrem Alltag. Deine Aufgaben in der Altenpflege sind anstrengend und fordern eine gesunde Psyche. Die Arbeitszeiten sind unregelmäßig, das Arbeitstempo hoch und Pausen selten. Altenpflege ist ein Beruf für Menschen, die mit Herz anpacken und in schwierigen Situationen klarkommen. 76 Prozent der Beschäftigten in der Altenpflege sind Frauen. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Gesamtdeutschland ein mittleres Gehalt von 2.877 Euro für Altenpflegerinnen und Altenpfleger aus.

Das erfährst du in diesem Artikel:

  1. Wie hoch dein Ausbildungsgehalt in der Altenpflege ist;
  2. was du nach deiner Ausbildung verdienst und welche Tarife in den unterschiedlichen Einrichtungen gelten;
  3. wie du dich weiterbildest oder spezialisierst.

1 – Altenpflege Ausbildung: gutes Ausbildungsgehalt

Verglichen mit anderen Ausbildungsberufen startest du mit einem hohen Gehalt in die Altenpflege. Die Gründe dafür sind Schichtarbeit und die weiter oben erwähnten Punkte. Altenpflegerinnen und Altenpfleger haben wenig Zeit sich einzugewöhnen und müssen sich schnell zurechtfinden. Die Ausbildung zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger kannst du in Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten und Altenwohnheimen, aber auch in Krankenhäusern und Tagespflegen absolvieren. Auch ein Studium ist möglich.

Seit dem 1. Januar 2020 gibt es nun die generalistische Pflegeausbildung. In der generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann laufen die fachlichen Schwerpunkte der drei bisherigen Pflegeberufe in den Bereichen der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammen. Die drei Fachdisziplinen gelten als gleichwertig. Alle Auszubildenden lernen gemeinsam. Im Mittelpunkt steht die Pflege am Menschen beziehungsweise die Pflege als Profession. Daraus entwickeln sich dann einzelne Fachdisziplinen.

Alle Infos zur neuen, generalisierten Pflegeausbildung findest du hier.

2 – Wie ist der Verdienst von Altenpflegerinnen und Altenpflegern nach der Ausbildung?

Auf den Punkt gebracht: Je länger du in der Altenpflege arbeitest, desto besser wird dein Gehalt. Es ist allerdings wichtig, die unterschiedlichen Möglichkeiten in der Altenpflege zu kennen, denn das Entgelt liegt – verglichen mit anderen Pflegeberufen – im unteren Bereich. Mit Weiterbildungsmaßnahmen und Spezialisierungen kannst du dein Gehalt zusätzlich steigern.

Verdienen Altenpflegerinnen und Altenpfleger in allen Einrichtungen das gleiche Gehalt?

Die klare Antwort ist Nein. Es kommt darauf an, ob du für einen öffentlichen, freigemeinnützigen (z. B. kirchlichen) oder privaten Träger pflegst. Altenpflegerinnen und Altenpfleger können zwischen verschiedenen Einrichtungen wählen. Altenpflege findet vorwiegend in Altenpflegeheimen und Altenwohnheimen statt; du findest aber auch Jobs in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken. Ambulante Altenpflegedienste sind ebenfalls ständig auf der Suche nach qualifizierten Altenpflegerinnen und Altenpflegern.

Wertschätzung, Freizeit und mehr Gehalt: Warum flexible Arbeitsmodelle für Pflegefachkräfte besonders interessant sind

Altenpflegerinnen und Altenpfleger Gehalt bei öffentlichen Trägern

Öffentliche Träger sind im Bund oder in Kreisen und Gemeinden organisiert und finanzieren sich aus Steuereinnahmen. Die Vergütung erfolgt nach einem Tarifvertrag: Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der öffentlichen Träger gilt der TVöD mit der Tabellen P und TV-L KR. Dein Einstiegsgehalt im öffentlichen Dienst des Bundes ist auf Stufe P7 2.801,30 Euro. Auf Landesebene sind die Gehälter etwas niedriger.

Gehalt bei kirchlichen und freigemeinnützigen Trägern

Die evangelische und katholische Kirche zählen mit ihren Wohlfahrtsverbänden Diakonie und Caritas zu den größten Pflege-Arbeitgeberinnen in Deutschland und beschäftigen 1,3 Millionen Menschen. Bei kirchlichen Trägern richtet sich dein Gehalt nach den AVR (Arbeitsvertragsrichtlinien). Du musst bei kirchlichen Trägern beachten, dass es vorkommen kann, dass du Glaubensgrundsätze der Einrichtung teilen, mindestens aber akzeptieren musst. Auch Homosexualität kann in einigen Einrichtungen ein Thema sein. Informiere dich bitte bei der jeweiligen Einrichtung über die geltenden Regeln.

Gehalt bei privaten Trägern

Nach der Einführung der Pflegeversicherung Mitte der 1990er Jahre kam es zu einem Aufschwung privater, ambulanter Pflegedienste. Zu den öffentlichen und kirchlichen Trägern, die hauptsächlich die stationäre Pflege abdecken, gibt es einen großen Unterschied: private Pflegeanbieter arbeiten gewinnorientiert und haben oft einen eigenen Haustarifvertrag. Gibt es keinen Haustarifvertrag, kannst du dein Gehalt als Altenpflegerin oder Altenpfleger frei aushandeln.

Du siehst, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig über die Art der Einrichtung, in der du arbeiten möchtest, zu informieren. Hier ist eine Zusammenfassung für dich:

Verdienen Altenpflegerinnen und Altenpfleger überall in Deutschland das gleiche Gehalt?

Wie in den meisten Pflegeberufen existiert auch in der Altenpflege ein Gehaltsgefälle von West nach Ost. In der folgenden Grafik siehst du, wie unterschiedlich die Gehälter in der Altenpflege in Deutschland sind. Alle Gehälter sind Durchschnittsgehälter.

Wie gut sind Altenpflegerinnen und Altenpfleger Gehalt im Vergleich mit anderen Pflegeberufen?

Gemeinsam mit den Krankenschwestern ist das Gehalt von Altenpflegerinnen und Altenpflegern im Pflegeberufe-Mittelfeld zu finden. Du kannst ein besseres Gehalt verdienen, wenn du dich weiterbildest oder spezialisierst. Bevor wir dir zeigen, wie du das machst, hier noch ein Gehaltsvergleich:

3 – Weiterbildung und Spezialisierung in der Altenpflege

Aufstiegsweiterbildungen

Wohnbereichsleitung (WBL)

Der erste Schritt auf der Karriereleiter in der Altenpflege. Du lernst, einen Wohnbereich oder ein Pflegeteam zu leiten.

Pflegedienstleitung (PDL)

Die PDL ist die verantwortliche Pflegefachkraft in einer Pflegeeinrichtung. Sie trägt die Gesamtverantwortung für die Arbeit der Pflegekräfte in einer Einrichtung. Neben pflegewissenschaftlichen Kenntnissen erwirbst du als PDL auch betriebswirtschaftliche Fähigkeiten.

Einrichtungsleitung / Heimleitung

Als Einrichtungsleitung oder Heimleitung bist du die oder der Vorgesetzte der Pflegedienstleitung (PDL). Deine Aufgaben liegen hier stärker im betriebswirtschaftlichen Bereich und der Gesamtorganisation der Einrichtung.

Berufsbegleitende Studiengänge

Hochschulen, Fachhochschulen und Fern-Universitäten bieten seit einigen Jahren verschiedene Master- und Bachelorstudiengänge im Pflegebereich an. Bitte informiere dich bei den entsprechenden Hochschulen.

Spezialisierungen

Fachkraft für palliative Pflege

Diese Spezialisierung ist sehr gefragt, weil die palliativen Pflegesituationen in den kommenden Jahren zunehmen werden. Dementsprechend gut sind die Zukunftschancen für Altenpflegerinnen und Altenpfleger mit entsprechender Spezialisierung. Du lernst, unheilbar kranke Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten.

Fachkraft für gerontopsychiatrische Pflege

In Deutschland leben etwa 1,5 Millionen demenzkranke Menschen. Schätzungen gehen von 3 Millionen im Jahr 2050 aus. Pflegekräfte mit dieser Zusatzausbildung haben folglich sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Du lernst den Umgang mit dementen und psychisch veränderten Menschen.

Praxisanleitung Pflege

Praxisanleiterinnen und -anleiter steuern die Ausbildung junger Altenpflegerinnen und Altenpfleger in den Pflegeeinrichtungen. Außerdem übernehmen sie die Abstimmung mit den Pflegeschulen und stehen den Auszubildenden beratend zur Seite. Du lernst, junge Menschen schrittweise an die eigenständige Ausübung ihrer beruflichen Aufgaben in der Altenpflege heranzuführen.

Dein Gehalt als Altenpflegerin oder Altenpfleger richtet sich nach der Art der Einrichtung und deiner Berufserfahrung. Die Gehälter bei öffentlichen und freigemeinnützigen Trägern sind vergleichbar, in den privaten Pflegeeinrichtungen kommt es auf den Haustarifvertrag oder dein Verhandlungsgeschick an. Es gilt: Je mehr Erfahrung du hast, desto besser ist dein Gehalt. Es gilt leider auch: Im Westen Deutschlands verdienen Altenpflegerinnen und Altenpfleger besser als im Osten. Seit einigen Jahren werden flexible Arbeitsmodelle in der Pflege immer beliebter.

Bist du auf der Suche nach einem flexiblen Job in der Altenpflege? Hier findest du alle Informationen zu flexiblen Arbeitsmodellen bei MEDWING.

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