Dermatologe: Was den Job ausmacht, wie viel Geld du verdienst

Friederike Bloch
August 20, 2024

Hier gibt es einen Überblick zum spannenden Beruf des Hautarztes und den Aufgaben von Dermatolog:innen.

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    Das Fachgebiet der Dermatologie ist spannend und vielfältig. In diesem Artikel erfährst du, was ein Dermatologe macht, wie man Hautarzt wird und wie viel Gehalt sich als Facharzt oder Fachärztin für Dermatologie verdienen lässt.

    Die Haut ist unser größtes Organ. Sie schützt unseren Körper vor Umwelteinflüssen, reguliert unseren Wärmehaushalt und ist ein wichtiges Sinnesorgan. Ist sie krank, wird ein Besuch beim Dermatologen erforderlich. Derma bedeutet im Altgriechischen Haut. Diese Fachärzt:innen sind also auf die Haut spezialisiert.

    Der Fachbereich der Dermatologie umfasst aber noch weitere Krankheitsbilder, die man vielleicht zunächst mit anderen Ärzt:innen in Verbindung bringt. Welche dies sind, wie man Dermatologe wird und wie viel Geld man als Hautarzt verdient, verraten wir dir jetzt.

    Was ist ein Dermatologe?

    Ein Dermatologe oder Hautarzt ist ein Facharzt für Hautkrankheiten. Bei Beschwerden wie Schwellungen, Juckreiz oder Entzündungen ist der Dermatologe bzw. die Dermatologin die richtige Adresse. Darüber hinaus zählen auch krankhafte Veränderungen an den Schleimhäuten, Haaren und Nägeln sowie einige Geschlechtskrankheiten zum Spektrum der Dermatologie, denn sexuell übertragbare Krankheiten äußern sich oft durch Hautveränderungen.

    Typische Erkrankungen, die ein Hautarzt oder eine Hautärztin behandelt, sind:

    • Hautkrebs (Vorsorge)
    • Schuppenflechte (Psoriasis)
    • Neurodermitis
    • Gürtelrose
    • Allergien
    • Akne
    • Rosazea
    • Pigmentstörungen
    • Haarausfall
    • Hyperhidrose (vermehrte Schweißproduktion)
    • Geschlechtskrankheiten wie Feigwarzen, Tripper, Syphilis, Chlamydien, Herpes genitalis, Pilzerkrankungen, Filzläuse


    Hautarzt untersucht Kopfhaut einer Frau


    Was machen Dermatolog:innen?

    Dermatolog:innen nutzen vielfältige Untersuchungsmethoden, um den Beschwerden ihrer Patient:innen auf den Grund zu gehen, denn die Ursachen können sehr verschieden sein.

    In einem Anamnesegespräch bespricht der Hautarzt mit dem Patienten zu Beginn der Untersuchung seine Kranken- und Familiengeschichte, seine berufliche Tätigkeit (Hinweise auf Sonnenexposition oder Kontaktdermatitis) und weitere Punkte, die für die Behandlung von Bedeutung sein könnten. Dazu gehört oft auch die Frage nach der Stressbelastung, denn Stress kann ein Auslöser für Hautprobleme sein.

    Eine Blickdiagnose gibt dem Hautarzt oft schon Aufschluss über die Erkrankung des Patienten. Eine Tastuntersuchung oder der Geruch der betroffenen Stelle können ebenfalls auf die richtige Spur führen.

    Je nach Symptom wird auch eine Blutuntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung oder die Entnahme einer Gewebeprobe durchgeführt. Um Allergien zu erkennen, führt der Dermatologe sogenannte Provokationstests durch.

    Arzneimittel, die zur Therapie von Hautkrankheiten eingesetzt werden, sind zum Beispiel Kortison- oder Wundsalben, Antibiotika, Antimykotika oder Dermatika. Diese lässt der Hautarzt oft speziell auf den Patienten abgestimmt in der Apotheke mischen. Auch die Lichttherapie mit UV-Bestrahlung ist eine Behandlungsmethode, zum Beispiel bei Schuppenflechte.

    Ein sehr wichtiger Bestandteil der dermatologischen Arbeit ist die Hautkrebsvorsorge. Dabei werden auffällige Hautveränderungen, beispielsweise Leberflecken, untersucht und gegebenenfalls durch eine kleine ambulante Operation entfernt. Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs, beispielsweise den schwarzen und den weißen Hautkrebs. Frühzeitig erkannt, können sie meist gut behandelt werden.

    Weitere Aufgaben von Hautärzt:innen

    Hautärzt:inne führen außerdem oberflächliche ästhetische Behandlungen wie spezielle Peelings gegen unreine Haut oder Laserbehandlungen, zum Beispiel gegen Besenreiser, Narben oder Hautwucherungen, durch.

    Auch medizinische Kosmetik oder allgemeine Kosmetikbehandlungen zur Verjüngung des Hautbildes, beispielsweise mit Hyaluron oder Botox, können in das Leistungsspektrum eines Hautarztes fallen. Ebenso weitere Anti-Aging-Behandlungen, Tattoo- oder Haarentfernungen sowie Rekonstruktion der Haut und Milderung von Narben nach Verletzungen oder Verbrennungen.

    Durch eine Weiterbildung zum Phlebologen können sich Dermatolog:innen außerdem auf Erkrankungen der Venen spezialisieren.

    Hautuntersuchungen bei Beschwerden oder zur Vorsorge werden standardmäßig von den Krankenkassen übernommen. Zusätzliche Leistungen, müssen die Patient:innen oft selbst zahlen.

    Schnittstellen zwischen Dermatologie, Urologie und Gynäkologie

    Urolog:innen befassen sich mit den männlichen Geschlechtsorganen sowie mit den Harnorganen. Gynäkolog:innen sind auf die weiblichen Geschlechtsorgane spezialisiert. Beide Fachbereiche überschneiden sich immer dann mit dem des Dermatologen, wenn die Haut der Genitalien durch eine Geschlechtskrankheit oder eine andere krankhafte Veränderung betroffen ist. Patient:innen werden in diesen Fällen von ihren Urolog:innen oder Gynäkolog:innen an Hautärzt:innen überwiesen. Die Lehre der Geschlechtskrankheiten, Venerologie genannt, ist daher immer Bestandteil der Ausbildung zum Hautarzt.



    Dermatolog:in werden – die Facharztausbildung

    Um Dermatologe bzw. Dermatologin zu werden, muss man zunächst das allgemeine Medizinstudium von mindestens zwölf Semestern erfolgreich mit dem zweiten Staatsexamen abschließen. Das Studium besteht aus einem theoretischen und einem klinischen Teil sowie einem praktischen Jahr.

    Anschließend folgt die Facharztausbildung, die mindestens fünf Jahre dauert. Hier erfolgt die Spezialisierung auf das Fachgebiet der Dermatologie, während der angehende Hautärzt:innen schon praktisch als Assistenzärzt:innen arbeiten. Bestehen sie die Facharztprüfung, sind sie schließlich berechtigt, sich Dermatologe/Dermatologin bzw. Facharzt/Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten zu nennen.

    Fähigkeiten, die eine gute Hautärztin bzw. ein guter Hautarzt unter anderem mitbringen sollte, sind Beobachtungsgenauigkeit, psychologisches Gespür und frei von Berührungsängsten zu sein.

    Berufsprofil Hautarzt: Jobmöglichkeiten, Zahlen und Fakten

    Als Hautarzt oder -ärztin kann man entweder seine eigene Praxis eröffnen oder sich im Krankenhaus, in einer Praxis oder einer Rehabilitationsklinik anstellen lassen. Der Vorteil einer Niederlassung ist, dass man die Sprechzeiten selbst bestimmen und sein Privatleben besser mit dem Beruf vereinbaren kann. In der Klinik übernehmen Hautärzt:innen dagegen häufig Schicht- und Notfalldienste. Dafür fallen der Verwaltungsaufwand und die Verantwortung für Personal weg.

    2020 gab es in Deutschland laut Bundesärztekammer 6.223 Fachärzt:innen für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Fast 60 Prozent davon sind Frauen. Die meisten Dermatolog:innen arbeiten ambulant und in eigenen Praxen. Gut 1.000 Hautärzt:innen arbeiten stationär, 160 davon als leitende Ärzt:innen. Allein in Berlin betreiben ca. 250 Hautärzt:inen eigene Praxen und 100 Dermatolog:innen arbeiten in Kliniken.

    Die Berufsvertretung der Hautärzt:innen ist der Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Zudem gibt es die Deutsche Dermatologische Fachgesellschaft und die Deutsche Dermatologische Akademie, die die Weiterbildung der Hautärzt:innen überwacht.


    Patient sitzt auf einem Stuhl bei der Untersuchung durch einen Dermatologen


    Gehalt von Fachärzt:innen für Dermatologie

    Dermatolog:innen gehören neben Augenärzt:innen und Radiolog:innen zu den bestverdienenden Mediziner:innen. Berufseinsteiger:innen verdienen als Assistenzärzt:innen zwischen 4.500 und 5.000 Euro.

    Für Hautärzt:innen in Krankenhäusern wird das Maximalgehalt mit circa 13.500 Euro brutto im Monat angegeben. Meist liegt das Monatsgehalt jedoch eher darunter, durchschnittlich bei knapp 8.000 Euro. In Häusern mit Tarifvertrag wird oft besser bezahlt als in privaten Kliniken. Als niedergelassener Hautarzt oder niedergelassene Hautärztin kann man teilweise mehr als 18.000 Euro brutto im Monat verdienen.

    Der Bereich der Dermatologie ist höchst abwechslungsreich und der Job bietet hervorragende Karrierechancen. Vor allem die ästhetische Medizin ist für Hautärzt:innen ein lukratives Geschäft. Zu den wesentlich wichtigeren Leistungen von Dermatolog:innen gehört jedoch die Hautkrebsvorsorge, denn Hautkrebserkrankungen haben in den letzten Jahren zugenommen.

    Friederike Bloch

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