Die Ausbildung zur Rettungshelferin bzw. zum Rettungshelfer ist deine Einstiegsqualifikation für eine Tätigkeit im Rettungsdienst. Damit wirst du als Fahrer:in der Einsatzfahrzeuge und Krankentransporte eingesetzt. Mit dieser Qualifikation hast du außerdem die Möglichkeit, die ehrenamtlichen Katastrophenschutzeinheiten des DRK zu unterstützen. Hier erfährst du alles, was du zum Beruf des Rettungshelfers wissen musst.
Rettungshelfer:innen oder Rettungsdiensthelfer:innen sind bei Unfällen oder anderen medizinischen Notfällen gemeinsam mit anderen Rettungsexpert:innen die ersten medizinischen Einsatzkräfte. Ihre Tätigkeiten umfassen den Einsatz in Rettungsfahrzeugen sowie Krankentransporte, bei denen sie den Krankentransportwagen (KTW) gemeinsam mit einem Rettungssanitäter oder einer höher qualifizierten Fachkraft besetzen.
In einigen Bundesländern werden sie auch in der Notfallrettung eingesetzt und übernehmen dort gemeinsam mit einem Notfallsanitäter die Verantwortung für einen Rettungswagen.
Rettungshelfer:in war früher in vielen Bundesländern die gängige Ausbildung für Zivildienstleistende sowie derzeit für FSJler oder Bundesfreiwilligendienstleistende im Rettungsdienst und Krankentransport.
Unterschiede zwischen Rettungshelfer:in, Rettungsassistent:in, Rettungssanitäter:in und Notfallsanitäter:in
Im Rettungsdienst gibt es viele verschiedene Ausbildungsberufe. Hier ein kurzer Überblick zu den Unterschieden:
Rettungshelfer:in ist eine medizinische Fachkraft mit einer grundlegenden Ausbildung im Rettungsdienst. Die Ausbildung ist kürzer als die Ausbildung zum Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter.
Der Rettungsassistent ist eine frühere Berufsbezeichnung, die durch die Einführung des Notfallsanitäters abgelöst wurde. Rettungsassistent:innen besaßen eine längere und umfassendere Ausbildung und konnten eigenständig lebensrettende Maßnahmen durchführen.
Ein Rettungssanitäter hat eine umfassendere Ausbildung als ein Rettungshelfer. Die Ausbildung zum Rettungssanitäter umfasst mehrere hundert Stunden theoretischen und praktischen Unterrichts. Rettungssanitäter:innen sind qualifiziert, lebenserhaltende Maßnahmen durchzuführen, Patient:innen zu versorgen und im Krankentransportwagen zu begleiten.
Ein Notfallsanitäter ist unter den Ausbildungsberufen die höchste Qualifikation im Rettungsdienst. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist sehr umfangreich und beinhaltet sowohl medizinisches Fachwissen als auch praktische Fertigkeiten. Notfallsanitäter:innen sind in der Lage, eigenständig medizinische Maßnahmen zu ergreifen, Patient:innen in lebensbedrohlichen Situationen zu versorgen und Entscheidungen zur Behandlung zu treffen.
Das sind die Aufgaben von Rettungshelfer:innen
Als Rettungshelfer:in fährst du zum Beispiel Einsatzfahrzeuge im Rettungsdienst und assistierst den Rettungsfachkräften vor Ort. Du unterstützt beim Beatmen, beim Stillen von Blutungen oder bei Wiederbelebungsmaßnahmen.
Außerdem übernimmst du Krankentransporte und bringst Patientinnen und Patienten ins Krankenhaus, zur Notaufnahme oder in Rehabilitationseinrichtungen. Weiterhin transportierst du Menschen mit Behinderungen zu ihren Arbeitsplätzen oder zu Terminen.
Hygiene fällt ebenfalls in deinen Tätigkeitsbereich, denn du bist dafür verantwortlich, dass der Einsatzwagen und die Ausrüstung steril und sauber bleiben. Du musst auch dafür sorgen, dass die Ausrüstung immer vollständig ist.
Arbeitsorte von Rettungshelfer:innen sind zum Beispiel:
- Rettungsdienste
- private Dienstleister für Krankentransporte
- Hilfsorganisationen
- Feuerwehren und Rettungswachen
- Katastrophenhilfswerke
Voraussetzungen für die Rettungshelfer-Ausbildung
Wenn du Rettungshelfer:in werden möchtest, benötigst du mindestens einen Hauptschulabschluss. Das Mindestalter für diese Ausbildung beträgt 18 Jahre.
Außerdem brauchst du ein ärztliches Gesundheitszeugnis und ein polizeiliches Führungszeugnis. Ein großer Erste-Hilfe-Kurs ist ebenfalls Pflicht. Da du im Fahrdienst eingesetzt wirst, solltest du einen Führerschein und Fahrpraxis haben. Du solltest körperlich fit, belastbar und psychisch stabil sein.
Weitere wichtige Eigenschaften von Rettungshelfer:innen sind:
- Reaktionsschnelligkeit
- Einfühlungsvermögen
- Verantwortungsbewusstsein
- keine Berührungsängste mit Körperflüssigkeiten
- Wetterfestigkeit
- Bereitschaft, im Schichtdienst zu arbeiten

Ausbildung zur Rettungshelferin bzw. zum Rettungshelfer
Bei der Ausbildung gelten landesrechtliche Vorschriften beziehungsweise interne Vorschriften der Lehrgangsträger. Meistens umfasst die Ausbildung 320 Stunden. Diese teilen sich in 160 Stunden Theorie, 80 Stunden Praktikum im Krankenhaus und 80 Stunden Praktikum in einer Rettungswache auf. Nach eineinhalb bis zwei Monaten hast du den Lehrgang meist abgeschlossen.
In Hessen gilt die Sonderregelung, dass Rettungshelfer:innen nur Krankentransporte fahren dürfen. Für den Einsatz in der Notfallrettung benötigen sie mindestens eine Qualifikation zum Rettungssanitäter.
Eine Abschlussprüfung wird nur in den Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen verlangt. In NRW und Rheinland-Pfalz sind die Theoriephasen zudem kürzer, in Rheinland-Pfalz muss die Praktikumszeit dafür aber 180 Stunden betragen.
Inhalte der Ausbildung
Während der schulischen Ausbildung zum Rettungshelfer lernst du die Grundlagen der Anatomie und typische Krankheitsbilder kennen. Außerdem erlernst du Hygienemaßnahmen, die Bedienung medizinischer Geräte und das Verhalten in Notfallsituationen und bei der Erstversorgung.
Weiterhin erwirbst du umfangreiche Kenntnisse in rechtlichen Fragestellungen und im Umgang mit Schutzausrüstung. Du lernst Kommunikationsstrategien und die Sicherung der Patienten während des Transports ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil.
Darüber hinaus wirst du darauf vorbereitet, dich in besonderen Einsatzlagen wie Amok, Terror oder bei einem Massenanfall von Verletzten richtig zu verhalten. Du lernst Behandlungsstrategien für Großschadensereignisse kennen.
Schließlich wirst du befähigt sein, lebensbedrohliche Situationen zu erkennen und die erforderlichen lebensrettenden Maßnahmen zu ergreifen.
Im praktischen Teil begleitest du unter anderem Rettungssanitäter:innen oder andere Fachkräfte beim Krankentransport.
Ausbildungsorte
Die theoretische Schulung erfolgt an einer Bildungseinrichtung eines Rettungsdienstes wie dem Roten Kreuz oder dem Arbeitersamariterbund. Die praktische Ausbildung wird an einer Lehrrettungswache durchgeführt und in einigen Bundesländern auch in einem Krankenhaus.
Spezialisierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Im Anschluss an deine Ausbildung zum Rettungshelfer kommt für dich eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin bzw. zum Notfallsanitäter oder zur Rettungssanitäterin bzw. zum Rettungssanitäter in Frage.
Zudem musst du dich in den meisten Bundesländern regelmäßig fortbilden.
Rettungshelfer Gehalt
Deine Verdienstmöglichkeiten als Rettungshelfer:in sind unterschiedlich. Sie hängen von deinem Arbeitgeber und deinem Arbeitsort ab. Die Bundesagentur für Arbeit gibt das Mediangehalt von Rettungshelfer:innen mit 2.742 Euro brutto pro Monat an.
Ausbildungsvergütung
Eine Vergütung bekommst du während der kurzen Ausbildung nicht. Unter Umständen können Lehrgangsgebühren oder Kosten für Fachliteratur und Arbeitsmittel anfallen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Abschluss: Rettungshelferin/ Rettungshelfer
- Ausbildungsdauer: abhängig vom Bundesland, meist insgesamt 320 Stunden
- Voraussetzungen: Hauptschulabschluss, Volljährigkeit, Gesundheitszeugnis, Führungszeugnis, großer Erste-Hilfe-Kurs, Führerschein
- Arbeitsorte: Rettungsdienste, Dienste für den Transport von kranken Menschen und Menschen mit Behinderung, städtische Feuerwehren, Katastrophenhilfswerke
- Einstiegsgehalt: voraussichtlich 1.800 Euro bis 2.500 Euro brutto
- Weiterbildungsmöglichkeiten: Ausbildung zur Notfallsanitäterin/ zum Notfallsanitäter
Friederike Bloch


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